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Es hat sich ausgelullt: lul.to-Portal von der Polizei beschlagnahmt, E-Book-Piraten verhaftet

28 Jun 2017 0 Kommentare

ausgellut-ebook-piraten-verhaftetDas ist wirklich neu in punkto E-Book-Piraterie: zum ersten Mal hat die populäre Plattform lul.to ein ordentliches Impressum — verantwortlich für die Domain zeichnen ab sofort die Zentralstelle Cybercrime Bayern sowie das CCC Sachsen, womit nicht der Chaos Computer Club gemeint ist, sondern das dortige „Cybercrime Competence Center“. E-Books oder Audiobooks gibt’s auf lul.to nun aber nicht mehr, der einzige Content besteht in der Mitteilung: „Diese Plattform und der kriminelle Inhalt wurden beschlagnahmt“.

Zahl der Nutzer lag bei 30.000

Das war bis zum 21. Juni noch ganz anders: Das Angebot auf dem „Lesen und Lauschen“ genannten Portal soll mehr als 200.000 Titel umfasst haben, darunter alleine ca. 160.000 deutschsprachige E-Books und 28.000 Hörbücher. Die Zahl der Nutzer habe bei mehr als 30.000 gelegen, meldet das LKA Sachsen in einer Pressemitteilung. Damit dürfte es sich bei lul.to um den deutschen „Marktführer“ in punkto E-Book-Piraterie gehandelt haben.

LKA beschlagnahmt 11 Terabyte Daten

Ein virtueller Erfolg, der reale Folgen zeitigt: Denn seit letzter Woche sitzen drei mutmaßliche Betreiber der Plattform lul.to in Untersuchungshaft, Hardware und Daten wurden beschlagnahmt — laut Ermittlungsbehörden mehr als 11 Terabyte. Außerdem habe man, so das sächsischen LKA, bei Durchsuchungen „erhebliche Vermögenswerte sichergestellt (u.a. 24 Bitcoins = ca. 55.000 Euro, rund 100.000 Euro Bankguthaben, ca. 10.000 Euro Bargeld sowie ein hochwertiges Motorrad)“.

Bezahlte Downloads ließen die Kasse klingeln

Dass die Daten-Piraterie für die Betreiber des Portals so einträglich war, hatte mit den Strukturen der Warez-Szene zu tun — viele Plattformen hatten in den letzten Jahren Nutzungsgebühren eingeführt, vorgeblich, um damit Serverkosten zu decken. In der Community wurde dieser Schritt hin zur Kommerzialisierung durchaus goutiert, viele waren zur Zahlung bereit. Letzlich wohl auch zu viele. Bei einem Durchschnittspreis von 23 Cent pro Download im Fall von lul.tu konnten offenbar satte Überschüsse erwirtschaftet werden.

Wie groß ist der entstandene Schaden?

Das Geschäft mit den Raubkopien war natürlich auch deswegen so ertragreich, weil die Verlage und Urheber dabei naturgemäß leer ausgingen. Nach Berechnungen der GVU beziffert sich alleine der normale Ladenpreis der auf lul.to zum Download bereitgestellten Titel auf 392.000 Euro. Wie groß der tatsächliche entstandene Schaden für die Verlage ist, lässt sich dagegen wohl nicht sagen — denn die „Ersatzrate“ (also letzlich die Frage: wie viele illegale Downloads „ersetzen“ einen legalen Download) ist eine sehr umstrittene Variable.

(via heise.de & tarnkappe.info)

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