Home » Allgemein

Aus „Schreib mal wieder“ wurde „Mail mal wieder“ – elektronische Post feiert 25. Geburtstag

3 Aug 2009

e-mail wird 25 jahre alt_Bild_Pixelio_Rainer_Sturm.gifDie E-Mail wird 25 Jahre alt. Am 3. August 1984 kam an der Universität Karlsruhe zum ersten Mal elektronische Post auf einem deutschen Rechner an. Bei „Schreib mal wieder“ dachten die meisten Bundesbürger aber noch bis Mitte der Neunziger Jahre an Papier und Stift. Erst mit dem World Wide Web wurde die Post mit dem @-Zeichen zum Massenphänomen. Doch auch die „Schneckenpost“ mausert sich: mit elektronischer Unterschrift, Online-Schreibcenter und Briefmarken per Handy versucht die Deutsche Post AG Verluste im Briefsektor wettzumachen.

Die E-Mail hat auch schon Konkurrenz bekommen: Chat und Messaging-Dienste laufen ihr den Rang ab

Schreiben Sie gerne Briefe? fragte das Allensbach-Institut vor kurzem Personen zwischen 14 und 64 Jahren. Kaum überraschend: Nur noch zwanzig Prozent antworteten mit Ja. Stift und Papier sind bei den meisten Menschen Tastatur und Bildschirm gewichen. Etwa 60 Prozent aller Deutschen über 14 Jahren schicken regelmäßig E-Mails, ergab eine repräsentative Umfrage des Hightech-Verbandes BITKOM. Die meisten von ihnen senden auch private Mails über die Datenautobahn — doch das ist zugleich eine Altersfrage: denn von den über 45-jährigen verzichtet jeder zweite noch auf diese Form der Kommunikation. Bei den unter 29-jährigen konkurriert die E-Mail dagegen bereits mit den „Echtzeit-Technologien“ wie Chat und Messaging-Diensten.

Die Deutsche Post will die E-Mail noch einmal neu erfinden: ihr neues Produkt heißt „De-Mail“

Während die einen den Verfall der Schriftkultur beklagen, stehen die Postdienstleister eher vor praktischen Problemen: die Kurve bei den „klassischen“ Briefsendungen zeigt seit Jahren steil nach unten. Einige Millionen Briefsendungen pro Tag stehen Milliarden E-Mails gegenüber. Erst im Juni teilte die Post AG mit, man werde ab sofort Sonntags einige Briefzentren stillegen. „Wir können den historischen Wandel auf dem Briefmarkt nicht aufhalten“, so Jürgen Gerdes, im Post-Vorstand für das Thema Brief verantwortlich, kündigte aber im selben Atemzug ein „wegweisendes neues Produkt der Zukunft“ an: den Internet-Brief. Im Gegensatz zur E-Mail soll die sogennante „De-Mail“ speziell die Kommunikation zwischen BürgerInnen und Behörden erleichtern. Es geht sowohl um Datensicherheit wie auch um die Einführung der digitalen Unterschrift.

Im Online-Schreibcenter braucht man weder Papier noch Briefmarke

Doch auch das Medium Papier will die Post mit Hilfe des Internets wieder aufpeppen. Über das „Schreibcenter“ können Briefe und Postkarten schon seit 2008 online geschrieben werden. Die Post druckt die Sache aus, frankiert sie und bringt sie zum Empfänger. Die schweizerische Post bietet sogar den umgekehrten Service: Kunden können ihre Papierbriefe von der Post scannen und elektronisch zusenden lassen. Es soll ja auch Leute geben, die sich alle ihre E-Mails ausdrucken — manchmal ist das allerdings auch wirklich sinnvoll. Die erste deutsche E-Mail
aus dem Jahr 1984 etwa wurde jetzt von der Universität Karlsruhe feierlich dem Stadtarchiv übergeben — natürlich als ein Blatt Papier.

Pixelio: Rainer Sturm