Auf dem Weg zum Massenmarkt: Amazon senkt Preis für Kindle-Reader um fast 30 Prozent

durchbruch-zum-massenmarkt-amazon-senkt-preis-fuer-kindle-readerDer Kindle-Reader knackt die Schallmauer von 200 Euro – ab sofort ist Amazons Lesegerät für 189 Dollar erhältlich, das sind umgerechnet etwa 153 Euro. Mit der Preissenkung von fast 30 Prozent reagiert das Unternehmen ähnlich wie andere E-Reader-Hersteller auf die zunehmende Konkurrenz der Multimedia-Tablets. Kaum einen Tag zuvor hatte etwa Barnes&Noble die WiFi-Version des Dual-Screen-Readers Nook auf 199 Dollar gesenkt.

Multimedia vs. E-Ink: Klassische Reader spielen den Preisvorteil aus

Totgesagte leben länger – kaum waren die ersten Multimedia-Tablets auf dem Markt, sahen viele Marktbeobachter schwarz für E-Ink. Doch wie Amazons jüngste Rabatt-Aktion zeigt, haben die klassischen Lesegeräte immer noch strategische Vorteile – sie sind nämlich vom Preis her schon sehr nah am endgültigen Durchbruch zum Massenmarkt. Gleichzeitig liegen sie beim Bedienkomfort – Stichwort Touch-Screen oder WiFi – mit den Tablets in vielen Bereichen gleichauf. Den Kipp-Punkt zum Lesegerät für jedermann sehen manche Analysten bei 150 Dollar, andere bei 100 Dollar. Auch in Deutschland gibt es mit E-Readern etwa von Hanvon, Cybook oder Sony bereits einige E-Ink-Geräte zwischen 150 und 200 Euro. Das günstigste iPad dagegen schlägt mit immerhin 499 Euro zu Buche, die teuerste Variante kostet sogar 799 Euro. An einen echten Massenmarkt ist bei solchen Preisen vorerst nicht zu denken.

Günstiger, leichter, blendfreier: Amazon reibt dem Hauptkonkurrenten die Vorteile des Kindles unter die Nase

Doch nicht nur der Preis lässt Apples Tablet im Vergleich zum Kindle blass aussehen. Ohne die Konkurrenz aus Cupertino beim Namen zu nennen, reibt Amazons Pressemitteilung der Gegenseite ein paar technische Details unter die Nase: „Easy to read even in bright sunlight, the 10.2 ounce Kindle is light enough for one-handed reading“ heißt es da etwa. Ein hintergrundbeleuchtetes Display und 700 Gramm Gewicht machen genau das beim iPad sehr schwer. „Even though it’s a 3G wireless device, Kindle has no monthly fees or annual contracts“, heißt es dann weiter. Noch ein Punkt für Amazon, denn den großen Bruder des iPhones bekommt man in der 3G-Version nur mit zusätzlichen Kosten für den Mobilfunkvertrag. Dann ist natürlich noch von mehr als 600.000 kommerziellen E-Book-Titeln und 1,8 Millionen Public-Domain-E-Books die Rede. Aus Sicht deutscher Kunden dürfte in dieser Vergleichs-Runde allerdings eher die Waagschale mit dem Apfel etwas schwerer wiegen. Denn iPad-Nutzer finden bei iBooks mittlerweile deutlich mehr kommerzielle deutsche E-Book-Titel als in Amazons E-Store.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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