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Amazons next Super-Modell: Wird E-Ink durch Electrowetting abgelöst?

27 Mrz 2013 Ansgar Warner 1 Kommentar

Das Zeitalter von E-Ink neigt sich dem Ende zu – das zeigen alleine schon die deutlich nach unten korrigierten Absatzzahlen für 2012. Nun scheint auch Amazon diesem Trend Tribut zu zollen: die Display-Bestellungen bei der E-Ink Corporation für die Monate März und April wurden fast auf Null heruntergefahren, im Januar und Februar lagen sie noch bei 750.000 bzw. 420.000 Stück. Für den weltweit wichtigsten Hersteller von elektronischem Papier scheinen auf jeden Fall harte Zeiten anzubrechen – letze Woche musste sogar CEO Scott Liu seinen Hut nehmen. Fragt sich nur: was kommt nach E-Ink?

Farbiges E-Ink hinkt technisch hinterher

Bei der Display-Technologie für E-Reader herrschte bisher ein Kopf-an-Kopf-Rennen – zuletzt konnte man das bei der Einführung des Glowlight-Features sehen. Denn Barnes&Noble, Kobo & Co. waren genauso schnell wie Amazon mit vergleichbaren Produkten zur Stelle. Auf ein weiteres „Alleinstellungsmerkmal“ hat Amazon bisher wohlweislich verzichtet: elektronisches Papier mit Farbdarstellung. Selbst die allerneueste Generation solcher Displays, wie sie etwa im Jetbook Color 2 verbaut wird, leidet noch an Kontrastschwäche und stark vergrautem Hintergrund. Bis auf weiteres wird’s also kein Kindle mit Color-E-Ink geben.

Kauft Amazon Liquavista?

Auf der Suche nach Alternativen scheint Amazon bei Liquavista fündig geworden zu sein – das niederländische Unternehmen stellt LCD-ähnliche Displays mit „Electrowetting“-Technik her. Diese Displays sind nicht nur stromsparend und bei Tageslicht gut ablesbar, sondern lassen sich zudem günstig auf Grundlage bestehender Fertigungstechnik produzieren. Schon Anfang 2013 wurde gemunkelt, Amazon könnte für rund 100 Millionen Dollar Liquavista aufkaufen, das seit 2011 zu Samsung gehört. Vor wenigen Tagen berichtete nun auch Bloomberg über entsprechende Verkaufsverhandlungen. Sollte tatsächlich für den Herbst 2013 ein Kindle-Launch mit Liquavista-Display geplant sein, könnte das den Quasi-Ausstieg bei E-Ink-Displays erklären.

Electrowetting im Outdoor-Einsatz

Zudem gibt es auch einen Grund, warum bei Tageslicht ablesbare, LCD-ähnliche Displays bisher zumeist nur in besonders robusten Geräten für den Outdoor-Einsatz eingebaut wurden – denn in geschlossenen Räumen kann die Farbdarstellung nicht mit aktuellen Retina-Displays mithalten, wie man sie etwa im iPad findet. Für die Lektüre von farbig illustrierten E-Books, oder auch von elektronischen Magazinen, könnte die Display-Leistung jedoch reichen, gerade auch im Vergleich zu Color-E-Ink. Eine ganz andere Frage ist natürlich, wie es bei reinem Text aussieht…

(via The Digital Reader)

Abb.: Flickr/ArifAkhtar (AAPhoto)

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