Amazons neue Fire-Phalanx: von 6 Zoll bis 10 Zoll, von 60 Euro bis 200 Euro

kindle-fire-neue-modelleGroße Rochade in Amazons Fire-Modellreihe:zukünftig gibt es vier Modelle mit 6, 7, 8 und 10 Zoll – so richtig neu ist aber keins davon. Das „alte“ Fire HD 7 wird (leider) nicht mehr angeboten, statt dessen gibt es jetzt als Einstiegsmodell einen 7-Zoller, der einfach nur „Kindle Fire“ heißt, und mit abgespeckten Komponenten bereits ab einem Kampfpreis von 60 Euro („mit Spezialangeboten“, also werbefinanziert) verkauft wird. Das bisherige Einsteigermodell Kindle Fire HD 6 wird dagegen hardwaremäßig unverändert auch weiterhin ab 99 Euro angeboten.

Hardware des Kindle HD 7 wurde recyclet

„Neu“ sind dagegen das Kindle Fire HD 8 und Kindle Fire HD 10 zum Preis ab 160 bzw. 200 Euro – zumindest, was die Screen-Größe betrifft, im Inneren werkelt derselbe Prozessor wie zuvor beim HD 7. Keins der Tablets hat eine größere Auflösung als 1280×800 Pixel, beim neuen 7-Zoller sind es nur 1024 x 600 Pixel. Das könnte die Kaufentscheidung für viele potentielle Kunden schwierig machen – denn gerade zwischen 7 und 10 Zoll lohnt es sich dann doch eher, etwa ein iPad Mini oder klassisches 9-Zoll-iPad anzuschaffen.

Fire OS & Content überzeugen

Bei der Software und dem Content kann Amazon dagegen wohl einigermaßen punkten: alle neuen Modelle kommen mit Fire OS 5 „Bellini“, also Amazons firmeneigenem Android-Flavor, unbegrenztem Cloud-Speicherplatz und Zugang zu Amazons App Store („Amazon Underground“), nicht zu vergessen so nette Features wie Advanced Streaming Prediction bei Videos, X-Ray oder Firefly-Schnellinfos. Wer neurologische Experimente liebt: Auch die neue Schnell-Lese-App „Word Runner“ ist mit an Bord.

Zielgruppe: Prime-Kunden

So richtig lohnen dürften sich die „neuen“ Tablets letztlich wohl nur für Bestandskunden, die auch bereits eine Premium-Mitgliedschaft („Amazon Prime“) abgeschlossen haben, und über die Geräte vor allem Filme und TV-Serien streamen möchten und/oder E-Books mit Kindle Unlimited lesen. Auch als Zweitbildschirm in Verbindung mit Amazon TV (mit dem Flachbild-Fernseher als First Screen) macht der Einsatz sicherlich Sinn.

Paradox of Choice

PS: Beim Blick auf die gesamte Palette kam mir zwangsläufig der Begriff „Paradox of Choice“ in den Sinn: Zusammen mit den E-Ink-Readern von einfachen Kindle bis zum Kindle Voyage bietet Amazon jetzt neun verschiedene Touch-Screen-Geräte an, bzw. zehn inklusive Fire Kids Edition. Die Tolino-Konkurrenz dagegen nur drei, zwei Reader und ein Tablet. Da fällt die Entscheidung deutlich leichter. Immerhin: Ausprobieren kann man alle Kindle Reader bzw. Fire-Tablets dank einer 30tägigen Geld-zurück-Garantie ohne Risiko.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".