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Amazon Underground: Werbefinanzierte App-Flatrate als Vorbild für Kindle Unlimited?

8 Dez 2015 0 Kommentare

amazon-app-underground-als-vorbild-fuer-kindle-unlimitedWerbung in Büchern ist ein alter Hut (etwa für „Pfandbriefe und Kommunalobligationen“ bei RoRoRo), Werbung in E-Books dagegen auf dem Massenmarkt noch selten, sieht man mal von der Flatrate-App Readfy ab. Einen neuen Impuls für werbefinanziertes E-Reading könnte nun aber Amazon Underground geben, eine kürzlich gestartete Promotion-App, mit der man kostenlose Apps und Spiele auf das Fire Tablet und Android-Smartphones installieren kann.

Die Anwendungen aus Amazons Underground-App Store sind zwar in finanzieller Hinsicht „wirklich gratis“, wie das Unternehmen verspricht, doch dafür gibt es beim Start der Apps Werbeeinblendungen – zukünftig wird dieser Werbeplatz wohl auch offiziell über Amazons Ad Channels vermarktet. Bei der Nutzung der App selbst gibt es dagegen keine Einblendungen. Ähnliches kennt man ja bereits von den „gesponserten“ Kindle-Readern und Fire Tablets, die Werbung auf dem Screensaver bzw. Lockscreen zeigen, wenn das Gerät gerade nicht genutzt wird.

Das Underground-System hat jedoch noch eine weitere Dimension, die wiederum bei Kindle Unlimited entlehnt wurde: die App-Entwickler werden nämlich je nach Nutzungsdauer ihrer Apps vergütet, dafür greift Amazon selbstverständlich intensiv auf die entstehenden Nutzerdaten zurück. In Deutschland werden pro Nutzungsminute 0,18 Cent ausgeschüttet, pro Stunde also knapp 10 Cent. Besonders in der Gaming-Rubrik dürfte sich das durchaus lohnen – und das Prinzip scheint zugleich auf Werbung in Kindle-Books übertragbar.

Nicht nur Autoren bzw. Verlage, sondern auch viele Leser würden es sicherlich akzeptieren, wenn beim Öffnen eines Kindle-Titels Werbung angezeigt wird. Ob Amazon am Ende die Erfahrungen der Underground App nutzt, und z.B. einen kostenlosen, werbefinanzierten Kindle-Unlimited-Kanal anbietet? Das würde den Flatrate-Markt auf jeden Fall noch einmal kräftig durcheinanderwirbeln…

(via The Digital Reader & Business Insider)

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