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Amazon testet „Kindle Kiosk“: E-Reader aus dem Automaten als neue Retail-Strategie?

14 Jan 2014 1 Kommentar

Wenn Amazon die Fühler in Richtung offline ausstreckt, ist das mediale Echo quasi vorprogrammiert. So war es beim Drohnen-Scoop, so war es aber auch, als in Seattle der erste Kindle-Flagstore eröffnete. Anlässlich der „Consumer Electronics Show“ (CES) in Las Vegas hat Amazon nun eine ganz besondere Form von Guerilla-Marketing betrieben: am McCarran International Airport der Wüstenstadt wurde ein Kindle-Automat aufgestellt, ganz selbstverständlich neben Geldautomaten und Wurlitzern mit Getränkedosen und Schokoriegeln.

Transit-Passagiere können am „Kindle Kiosk“ en passant das aktuelle Kindle Paperwhite sowie das Kindle Fire HDX shoppen, außerdem Zubehör wie Steckdosenadapter oder Hüllen. Die Preise am Automaten sind dabei mit denen im Online-Shop identisch. PR-technisch ging die Rechnung wohl auf: kaum hatten die Gadget-Blogger Todd Bishop und Taylor Soper von GeekWire den Kindle-Kiosk abgelichtet, machte die Meldung von Amazons neuester Offensive schon die Runde im Web. Und Amazon war plötzlich Gesprächsstoff auf der CES – ohne selbst anwesend zu sein.

Die wichtigste Frage war dabei natürlich: sind solche Automaten, wie Amazon sie in den USA auch schon während der Weihnachtssaison in ausgewählten Shopping-Malls nach dem „Pop-up-Store“-Prinzip auftauchen ließ, wirklich nur PR, oder tatsächlich Teil eines Experiments, mit dem eine neue Retail-Strategie getestet wird? Anders als etwa Apple macht Amazon ja mit den Geräten selbst (fast) keinen Gewinn, sondern setzt auf die bei der Nutzung von Reader und Tablet anfallenden Umsätze mit digitalen Inhalten. Es macht also durchaus einen gewissen Sinn, über den neuen Vertriebsweg Kindle-Kiosk noch mehr Paperwhites und Fires unter die Leute zu bringen.

Andererseits bleibt natürlich Amazon.com auch weiterhin der zentrale Verkaufskanal für die Kindle-Modelle, ergänzt durch den Verkauft in Elektronikfachmärkten und einer wachsenden Zahl von Indie-Buchhandlungen, die von Amazons Partnerprogramm profitieren. Insofern bestätigt der Kindle Kiosk nur einen Trend, mit dem die Konkurrenz in den USA, aber auch in Deutschland ohnehin rechnen muss: der Online-Händler ist längst schon auf dem Weg zum Offline-Händler. Da muss man weder auf Automaten noch auf Drohnen warten…

Abb.: Geekwire

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