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Online toppt offline: Amazon erreicht auf US-Buchmarkt 27 Prozent Marktanteil

7 Nov 2012 Ansgar Warner 1 Kommentar

Amazon marschiert in den USA stramm auf einen Marktanteil von einem Drittel zu – bei E-Books und Print-Büchern zusammengerechnet liegt das Unternehmen bereits bei 27 Prozent, so die Marktforscher von Bowker. Die in der Fläche größte Buchhandelskette Barnes&Noble kommt dagegen nur noch auf einen Anteil von 16 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent), konnte also von der Pleite des Konkurrenten Borders nicht profitieren. Befeuert wird Amazons Erfolg nicht nur durch die immer noch steigende E-Book-Quote in der US-Buchbranche, die bereits bei 22 Prozent liegt. Wichtiges Standbein bleibt auch der Online-Versand gedruckter Bücher. Die nur auf digitale Ware spezialisierten Download-Stores von Apple, Google & Co. erreichen trotz aller Anstrengungen insgesamt nur sechs Prozent Marktanteil.

Für die traditionelle Buchbranche ist Amazons wachsende Marktmacht eine doppelte Hiobsbotschaft: schlimm genug, dass immer mehr Leser zum Kindle-E-Book greifen, und vor allem den günstigen „mass market paperbacks“ den Rücken zukehren, deren Marktanteil von 15 auf 12 Prozent gesunken ist. Doch selbst Marksegmente, die noch von Hardcover oder Taschenbuch gehalten werden, wandern in Richtung Amazon. Dafür ist auch Create Space verantwortlich, Amazons Print-On-Demand-Sparte verantwortlich. Denn neben Self-Publishern interessieren sich auch kleinere Verlage für die Möglichkeit, Druck und Distribution komplett an Amazon. auszulagern. Der Marktanteil von CreateSpace im Bereich Print-On-Demand liegt bereits bei 39 Prozent.

Manche Beobachter erwarten für die nahe Zukunft bereits eine komplette Zweiteilung des US-Buchmarkts: hier Amazon, dort der Rest. Völlig unwahrscheinlich ist das nicht, vor allem, weil das Unternehmen auch weiterhin mit Kampfpreisen um neue Kunden werben kann. Das sogenannte Agency-Modell, bei dem Verlage selbst über den Endkundenpreis von E-Books bestimmen dürfen, ist schließlich von US-Gerichten ausgehebelt worden. Höhere E-Book-Preise hatten zwischenzeitlich dazu geführt, dass Amazon Marktanteile an Mitbewerber abgeben musste – diese Zeiten sind nun wohl vorbei.

Abb.: Flickr/fugatabetai_shyashin

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