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Beinahe Google-Brille: freihändige Smartphone-Lektüre mit Headflat

17 Apr 2013 Ansgar Warner 4 Kommentare

Bücher müssen in den Kopf – egal wie. Doch Alternativen zum Umblättern sind bisher rar gesät. Selbst auf die Google-Brille müssen wir wohl noch ein Weilchen warten. Wenn es nach Dirk Keune geht, könnte jedoch bald ein User-Interface der besonderen Art nicht nur die Lektüre von E-Books, sondern auch Gaming, Video und Multimedia-Chat revolutionieren. Der Karlsruher Tüftler hat mit “Headflat” eine futuristische Kopfhalterung für Smartphones entwickelt, deren Universaladapter das Display in einer Entfernung von knapp 13 Zentimetern zum Auge fixiert – was in dieser Perspektive einer Bildschirmdiagonale von 60 Zoll aus 3 Metern Entfernung entsprechen soll. Besonderer Clou dabei ist die berühungslose Interaktion: Gesteuert werden die jeweiligen Anwendungen nämlich mit Hilfe des Smartphone-Akzelerometers über die Bewegungen von Kopf und Körper.

E-Book wird zum Teleprompter

So etwa die speziell für das Cyber-Gestell entwickelte E-Lese-App “Head Line”. “Was uns umtrieb, war vor allem die Frage, wie sich eBooks wohl am besten mit dem headflat lesen lassen. Hier waren wir mit den bestehenden Lösungen nicht zufrieden”, so Dirk Keune. Heraus kam eine Art Teleprompter-Prinzip: Die Zeilen laufen automatisch von rechts nach links über den Bildschirm, wobei die Fontgröße, Laufgeschwindigkeit durch das Neigen des Smartphones oder durch Sprachbefehle beeinflusst werden können. Alternativ lässt sich die E-Book-Abspiel-App auch mit einem speziellen Bluetooth-Controller steuern, der vor allem zum Einsatz im Gaming-Bereich entwickelt wurde.

“Sieht skurril aus, ist jedoch effektiv”

Besonderer Vorteil für E-Book-Autoren: Da von vornherein klar ist, welcher Satz gerade auf dem Display zu lesen ist, könnte man theoretisch den Text auch mit passenden Sound-Effekten anreichern. Allerdings scheint das gesamte Konzept ziemlich gewöhnungsbedürftig, was auch die Headflat-Macher zugeben: “Es mag skurril aussehen – erfüllt seine Aufgabe aber sehr effektiv und ist zudem noch sehr bequem zu tragen.” Vielleicht eine gute Idee, dass sie zuerst mal die Crowd entscheiden lassen, ob die “Not having your Smartphone in your Hand”-Solution wirklich Sinn macht – zur Zeit läuft eine Pre-Order-Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Wenn alles klappt, kommen das “Headflat”-Gestell wie auch die dazugehörigen Apps im August 2013 auf den Markt.

Abb.: Headflat (c)

4 Kommentare »

  • lars schrieb:

    Ein eBook wie ein Teleprompter! Sehr coole Idee! Und dieses Teil sieht komisch aus, scheint aber Spaß zu machen. Kann man das auch irgendwo anders kaufen? Wo finde ich denn die App?

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Wie gesagt: offizieller Start von Apparatur & App ist im August, dann wird’s vielerorts erhältlich sein. Am allerschnellsten kommst du wahrscheinlich an das Zeugs, wenn du jetzt schon via Kickstarter vorbestellst. Die haben da auch so ein limitiertes “Early Bird”-Angebot, mit dem man das Teil für 49 Euro plus 10 Euro Versandgebühren bekommt…

  • Die eBook-News der KW16 mit dem Kobo Aura HD und Gerüchten | eBooks-lesen.net schrieb:

    [...] Umblättern der Seiten. Ein Tüftler aus Karlsruhe will mit Headflat Abhilfe schaffen. Wie e-book-news.de berichtet, handelt es sich hierbei um eine Kopfhalterung, die das Smartphone in 13 cm Entfernung vom Auge [...]

  • Detlef schrieb:

    Interessanter Ansatzpunkt, aber das sieht wirklich….skurril aus. Das sich dieses Hilfsmittel so in der Art etablieren wird, halte ich für fraglich. Trotzdem ist der Grundgedanke gut und ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird ;)