Alpha, Beta, Omega: Readfy öffnet sich für neue User, Readmill macht dicht

Gute Nachrichten für alle E-Leser, die auf einen Beta-Zugang für Readfy gewartet haben: die Macher der kostenlosen, werbefinanzierten Flatrate-App haben sich entschieden, die bisherige Begrenzung auf 5.000 Nutzer aufzuheben. „Ab sofort wird jeder User nach der Registrierung unter www.readfy.com automatisch freigeschaltet und kann sich dann die App herunterladen und auf seinem Android-Gerät installieren“, so Mitgründer & Marketing-Chef Frank Großklaus. Die Plattform laufe bereits sehr stabil, und bis zum kommerziellen Launch im Juli wolle man nun die Nutzerbasis kontinuierlich vergrößern. Zu diesem Zeitpunkt sollen auch Premium-Versionen starten, die mehr Funktionen und weniger („Premium-Light“) bzw. gar keine Werbung anzeigen. App-Varianten für iPhone & iPad sollen im Sommer ebenfalls zur Verfügung stehen.

„We failed“: Readmill zieht zum 1. Juli den Stöpsel

Zu den neuen Readfy-Nutzern dürften zukünftig auch viele Fans von Readmill gehören – die Social Reading macht nämlich zum 1. Juli dicht: „Readmill’s story ends here. Many challenges in the world of ebooks remain unsolved, and we failed to create a sustainable platform for reading“, schreiben die E-Lesemüller in einem „Epilogue“ überschriebenen Blogpost. Für die App-Entwickler Henrik Berggren, David Kjelkerud & Co. gibt’s aber trotzdem ein Happy End: sie gehen von Berlin nach San Francisco, die App-Technologie wurde nämlich von DropBox zum respektablen Preis von 8 Millionen Dollar aufgekauft. Auch die Readmill-Nutzer werden aber nicht einfach so vor die Tür gesetzt: sie können nicht nur ihre hochgeladenen E-Books, sondern auch ihre in der App-Cloud gespeicherten Anmerkungen, Kommentare etc. exportieren.

Trendsetter-Effekt: Ohne Readmill kein Readfy

Dass von Scheitern eigentlich keine Rede sein kann, zeigt aber auch ein Blick auf Readfy: die Flatrate-App baut ebenfalls auf Social-Reading-Features, das diskutieren, empfehlen und entdecken neuer Lektüre gehört zum Kern des Konzepts. Insofern waren die Readmill-Gründer Trendsetter für die Branche – das Problem der „Discoverability“ von E-Books lässt sich drei Jahre nach dem Readmill-Launch überhaupt nicht mehr getrennt vom Sozialen Lesen denken. Dazu kommt bei Readfy natürlich noch ein ganz anderer Crowd-Effekt: anders als Readmill setzte das Düsseldorfer Startup nicht nur auf klassisches Wagniskapital, sondern sammelte über die Plattform Companisto 500.000 Euro von mehr als 1.000 Krautinvestoren ein.

Abb.: flickr/angelofsweetbitter2009 (cc)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".