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„Wer einen Reader besitzt, kauft alle 5 Wochen ein neues E-Book“ – Libri gewährt Einblicke ins E-Business

16 Mrz 2010

Libri E-Books E-Reader Bestseller.gifEin Jahr nach der Markteinführung des Sony PRS 505 zieht Libri eine erste Bilanz: Kunden, die einen E-Reader gekauft haben, lesen deutlich mehr E-Books. Im Schnitt alle fünf Wochen kaufen die Besitzer elektronischer Lesegeräte einen neuen Titel – und geben dafür im Schnitt 14,50 Euro aus. Sonys 6-Zoll-Reader zieht vor allem Männer an – sie machen siebzig Prozent der Käufer aus. Leserinnen bevorzugen dagegen die PINK-Version der Reader Pocket Edition.

Von Amazon lernen heißt siegen lernen: Erfolgsmeldungen ohne Verkaufszahlen


Von Amazon lernen heißt siegen lernen: in den USA gehören die regelmäßigen Mitteilungen des Online-Buchhändlers in Sachen E-Book-Geschäft schon fast zu einem lokalen Brauchtum. Rekordmonat folgt dort auf Rekordmonat, sowohl was den Verkauf von E-Books wie auch den Verkauf von Kindle-Readern betrifft. Nur eins erfährt man nicht: konkrete Verkaufs- und Umsatzzahlen. Ähnlich hält es Libri – das deutsche Unternehmen gehört nicht nur zu den wichtigsten Anbietern von E-Books in Deutschland, sondern mischt auch kräftig beim Verkauf von Sonys E-Readern mit. Doch immerhin rückte man nun pünktlich zur Leipziger Buchmesse ein paar Daten zum Kaufverhalten der elektronischen Leseratten heraus. Besonders interessant: Besitzer von E-Readern kaufen etwa zehn E-Books pro Jahr, und geben dafür insgesamt im Durchschnitt 145 Euro aus. Leserinnen bevorzugen dabei Romane, Krimis und Fantasy. Bei den Lesern sind es Krimis, Romane und Klassiker. Je nach Geschlecht sind aber auch die Affinitäten in Sachen Reader sehr unterschiedlich: der große Reader PRS 505 wird zu 70 Prozent von Männern gekauft, die handlichere Reader Pocket Edition dagegen zu 60 Prozent von Frauen – bei der PINK Edition sind es sogar satte 80 Prozent. Welchen Anteil E-Books am Gesamtumsatz von Libri haben, kann man auch weiterhin nur raten. Im Online-Verkauf scheinen sich jedoch die Absatzzahlen von Bestsellern im E-Book und Print-Bereich hier und da schon anzugleichen. Im Bereich der Backlist werden in manchen Fällen laut Libri sogar schon mehr elektronische als gedruckte Exemplare verkauft.

In Deutschland gibt es wahrscheinlich weniger als 100.000 E-Reader


Grundsätzlich scheint die Entwicklung in Deutschland damit ähnlich wie in den USA zu verlaufen – so berichtete Amazon etwa, dass bei Titeln, die gedruckt und als E-Book angeboten werden, die Umsätze mit der elektronischen Version bereits zwei Drittel der Print-Umsätze erreicht haben. Allerdings konnte Amazon auch schon mehr als eine Million E-Reader verkaufen. In Deutschland gilt eher das Motto: auch Zwerge fangen klein an. Weltbild etwa prahlte vor kurzem damit, im Jahr 2009 etwa 10.000 E-Reader abgesetzt zu haben. Selbst wenn Libris Reader-Verkäufe das zwei- oder dreifache ausmachen würden, läge die Zahl der hierzulande genutzten E-Reader wohl noch weit unterhalb der 100.000er-Grenze. Damit dürften bis auf weiteres nicht E-Reader, sondern PCs, Netbooks und Smartphones die wichtigsten elektronischen Leseplattformen des Leseländles bleiben. Zum Vergleich: Laut iphonemeter wurden bisher in Deutschland bisher schon mehr als 800.000 iPhones verkauft. Rechnet man noch eine sechsstellige Zahl an iPod Touch-Geräten hinzu, ist also alleine das hiesige Potential an mobilen Geräten mit iPhone-OS so groß wie das Kindle-Potential in den USA. Insofern ist es fast konsequent, dass es von txtr – Deutschlands größter E-Reader-Hoffnung – bisher zwar eine iPhone-App gibt, aber noch kein lieferbares Lesegerät.