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“All you can read”: mit Oyster startet das erste echte Spotify für E-Books

6 Sep 2013 0 Kommentare

Wenn’s um Verleihmodelle für E-Books geht, geben sich viele deutsche Verlage immer noch so verschlossen wie eine Auster. Die einzig ernstzunehmende Flatrate-App namens Skoobe bietet vor allem Titel von Holtzbrinck & Random House – also den Verlagen, die das Projekt auch angeschoben haben. Wie es besser gehen kann, zeigt in den USA jetzt das New Yorker Startup Oysterbooks mit seiner Oyster-App: bereits die öffentliche Testphase umfasst mehr als 100.000 Titeln von großen Verlagen wie Harper Collins und Houghton Mifflin Harcourt, aber auch Content der größten US-Self-Publishing-Plattform Smashwords.

Momentan leider noch US-only, iPhone-only

Für 10 Dollar pro Monat bekommt man unbegrenzten Zugang zum gesamten Programm, die zehn zuletzt heruntergeladenen E-Books kann man auch offline lesen. Erste Zielgruppe sind iPhone-Nutzer in den USA, im Herbst soll es dann auch eine iPad-Version der Oyster-App geben. Der Zugang zum Content ist Oyster zufolge weltweit möglich, um die App zu downloaden, muss man derzeit allerdings über Zugang zum US-Appstore verfügen. Und über etwas Geduld. Während der öffentlichen Testphase läuft die Anmeldung nämlich über “Invites”, die über eine Warteliste abgearbeitet werden.

Social Reading wird großgeschrieben

Wie die Screenshots auf dem Oyster-Blog zeigen, haben sich die Macher neben einer schön anzusehenden Benutzeroberfläche auch sehr viele Gedanken über die “Discoverability” von E-Books gemacht – zum Kernbestandteil der App gehört ein Social-Reading-Stream, der den Lektüre-Status und die Empfehlungen der “Freunde” zeigt. Die Oyster-Leute nennen das “People Powered Book-Discovery”. Das elektronische Bücherregal wird also endgültig zur literarischen Playlist – neben der Flatrate wohl das wichtigste Element, um aus Oyster tatsächlich das Spotify der Buchbranche zu machen.

Native App statt Browser

Besonders spannend finde ich die Kombination von Flatrate, E-Book-Verleih und Self-Publishing – vergleichbares konnte bisher nur Amazon durch die Koppelung von KDP und Kindle-Leihbibliothek bieten, wenn überhaupt, denn in den Genuss einer echten “All you can read”-Flatrate kommen ja selbst Amazon-Prime-Mitglieder in den USA bisher nicht. Schade aus Sicht der Leser ist nur, dass Oyster genau wie Skoobe auf einer nativen App aufbaut, und nicht auf ein browserbasiertes Konzept setzt, das geräteunabhängig genutzt werden kann. Freuen dürfen sich dagegen Sascha Lobo und Christoph Kappes – denn ihre geplante E-Lese-Plattform “Sobooks” wird im Browser laufen, und könnte somit technisch gegenüber der App-Konkurrenz die Nase vorn haben.

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