[Aktuelles Stichwort] Pre-Order-Modell: Bücher vorfinanzieren mit der Kraft der Crowd


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 bei ebooknews press erschienen – Tipp: zum Einführungspreis bestellen und vier Euro sparen!]

Beim Pre-Order-Modell wird die Herstellung eines Produkts durch online getätigte Vorbestellungen vorfinanziert, in der Regel auf speziellen >>Crowdfunding-Plattformen – dort gehören Pre-Order-Kampagnen inzwischen zu den häufigsten Formen der netzbasierten „Schwarmfinanzierung“. Um besondere Anreize für Unterstützer zu geben, werden zu einem höheren Preis oft parallel auch limitierte Sonderauflagen und weitere Sonderleistungen angeboten.

Wird die Veröffentlichung von Büchern bzw. E-Books online via Pre-Order vorfinanziert, spricht man auch von >>Crowdpublishing. Pre-Order wird sowohl von Self-Publishern wie auch von kleineren Verlagen genutzt. Manche Crowdfunding-Plattformen haben sich auf Crowdpublishing-Kampagnen spezialisiert, etwa die britische Plattform >>unbound, und auf diese Weise selbst eine neue Form des Verlags etabliert.

Neben dem Aspekt der Vorfinanzierung dient eine Crowdpublishing-Kampagne zugleich der Vorab-Vermarktung, da in der Regel die Bücher auch weiterhin lieferbar bleiben, etwa als E-Book oder via Print-On-Demand.

Grundsätzlich ähnelt das Pre-Order-Modell der klassischen Subskription (von lat. Subscribere: unterschreiben, abonnieren), mit dem im Buchhandel schon seit dem 17./18. Jahrhundert vor allem bei aufwändigen Werke wie etwa Enzyklopädien oder Fachliteratur das verlegerische Risiko minimiert wurde. Häufig wurden dabei prominente Subskribenten auf einem eigenen Vorsatzblatt genannt. Auch bei Büchern, die via Crowdpublishing herausgebracht werden, finden sich die Namen der Unterstützer oft in einem speziellen Anhang.

Ganz besondere Bedeutung haben Pre-Order-Modelle im Bereich von Comics und Graphic Novels, da die in der Regel durchgehend farbigen Publikationen hohe Druckkosten verursachen und nur in vergleichsweise kleinen Auflagen herausgebracht werden. Manche Comicverlage in den USA finanzieren bereits ihr komplettes Programm mit Pre-Order-Kampagnen.

Amazons >>Self-Publishing-Plattform >>Kindle Direkt Publishing bietet seit Sommer 2014 die Möglichkeit an, bereits 90 Tage vor dem Veröffentlichungstag von E-Books Vorbestellungen anzunehmen. Die jeweiligen Titel erscheinen auch bereits vorab in den Verkaufsrankings.

Im Rahmen der traditionellen Subskription sind in Deutschland auch Abweichungen von der >>Buchpreisbindung erlaubt – ein Preisnachlass für Subskribenten darf drei Monate über das Erscheinen des Werkes hinaus allen Käufern gewährt werden, solange er den endgültigen Ladenpreis nicht um mehr als 20 Prozent unterschreitet.


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Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".