[Aktuelles Stichwort] E-Book-Pricing: auf der Suche nach dem perfekten Preis


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 erschienen – und kann direkt bei ebooknews press bestellt werden…]

Unter E-Book-Pricing versteht man die Preisgestaltung von elektronischen Büchern, insbesondere auch im Hinblick auf das Preisverhältnis zu Hardcover und Taschenbuch. Da die Buchpreisbindung in Deutschland auch für E-Books gilt, dürfen E-Books zwar günstiger angeboten werden als gedruckte Bücher, müssen jedoch auf allen Plattformen zum selben Preis verkauft werden. Ebensowenig möglich ist dynamisches Pricing (>>„Pay-What-You-Want“). Erlaubt sind aber neben >>Gratis-Marketing vergünstigte >>Bundling- und >>Flatrate-Angebote.

Große Verlage bieten E-Books hierzulande in der Regel zwanzig Prozent günstiger als die günstigste verfügbare Druckvariante. Das führt bei Neuerscheinungen, die zunächst nur als Hardcover erhältlich sind, nicht selten zu E-Book Preisen um 20 Euro. Mit solchen Strategien wird u.a. versucht, das traditionelle, auf den besonders hohen Margen für Hardcover basierende Geschäftsmodell zu bewahren. Grundsätzlich lassen sich durch niedrige E-Book-Preise und hohe Absatzzahlen ähnliche oder sogar größere Gewinne erzielen als mit hoch angesetztem Pricing. Darauf basiert die Low-Price-Strategie vieler Digital Only-Verlage.

In den USA und Großbritannien werden nicht nur Print-Bücher stark rabattiert, sondern auch E-Books deutlich niedriger bepreist, was u.a. dazu führt, das Originalversionen englischsprachiger Romane und Sachbücher auch für deutsche Kunden (etwa via Amazon.de, Kobo etc.) deutlich günstiger erhältlich sind als die entsprechenden Übersetzungen.

Bei einer neuen Warenform wie dem E-Book gibt es keine Erfahrungswerte, insofern sind aktuelle Pricing-Strategien als Experimente zu verstehen, mit denen man herausfinden will, welche Preise von den Kunden akzeptiert werden. Der große Erfolg von günstigen Self-Publishing-Titeln insbesondere bei Amazon.de weist darauf hin, dass auch in Deutschland der ideale Preis deutlich niedriger liegt als das Pricing klassischer Verlage. Die Top 100 im Kindle Store wird bereits zu zwei Dritteln dominiert von Titeln, die zwischen 2,00 Euro und 5,00 Euro kosten.

Durch die Staffelung der Tantiemen versuchen große Plattformen teilweise Einfluss auf das Pricing zu nehmen, in dem für E-Books unterhalb bzw. oberhalb einer bestimmten Schwelle deutlich weniger Geld an die Rechteinhaber ausgeschüttet wird (bei Amazon z.B. 35 Prozent statt 70 Prozent).


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Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".