„Aktion E-Tüpfelchen“: Libreka kurbelt mit kostenlosen Downloads das E-Book-Geschäft an

libreka aktion e-tuepfelchen e-books kostenlos.gifFrühjahrs-Offensive in Sachen E-Books: anlässlich der Leipziger Buchmesse startet die Buchhandels-Plattform Libreka ab 18. März die Aktion „E-Tüpfelchen“. Teilnehmende Buchhandlungen verteilen an ihre Kunden Postkarten mit einem Aktionscode, der zum kostenlosen Download eines E-Books berechtigt. Insgesamt stehen vier Titel zur Auswahl. Zielgruppe der Aktion sind nicht nur die Leser: Libreka selbst möchte mit der Aktion neue Partnerbuchhandlungen gewinnen.

Gelingt es dem Buchhandel, dauerhaft E-Book-Kunden zu gewinnen?


Was macht eigentlich das E-Book-Business in Deutschland? Geht man nach der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), steht der elektronische Boom im Leseland noch aus. Die Verkaufszahlen im letzten Jahr waren so niedrig, dass man laut Buchreport in der nächsten Zeit auf weitere Hochrechnung zu E-Books-Absätzen verzichtet. Noch ein Grund mehr für Libreka, eine Frühjahrs-Offensive für das Elektronische Lesen loszutreten. „Mit ‚E-Tüpfelchen’ möchten wir den Verkauf von E-Books über das Sortiment ein großes Stück voranbringen“, so Libreka-Chef Ronald Schild. Mehr als 4.500 Buchhandlungen in der Bundesrepublik wurden Anfang des Monats zur Teilnahme an der Aktion aufgerufen. Für die Buchhandlungen dürfte sich „E-Tüpfelchen“ wohl auf jeden Fall lohnen – sie können dauerhaft Neukunden für das E-Book-Geschäft gewinnen. Voraussetzung ist, das sie bereits bei Libreka als E-Book-Verkäufer gelistet sind. Kaufen die Aktionskunden in Zukunft weitere E-Books, kassieren die Buchhandlungen die jeweilige Verkaufsprovision.

Elektronische Perspektiven für den stationären Buchhandel


Der Einfall mit dem „E-Tüpfelchen“ ist vielleicht nicht wirklich das i-Tüpfelchen, kommt aber sicherlich zur richtigen Zeit. Schließlich ist es bisher noch nicht gelungen, stationären Buchhandel und E-Books wirklich zusammenzubringen. Elektronischer Lesestoff wird nicht nur überwiegend online geshoppt, sondern zumeist auch jenseits der „klassischen“ Buchhandelsportale. Also sind neue Ideen gefragt. Gerade Kunden, die ihren Buchhändler vor Ort kennen und schätzen, werden ihn auch durch Downloads von E-Books unterstützen wollen, wenn dies so einfach möglich ist wie mit Librekas Partnerprogramm. Schwieriger dürfte es dagegen werden, den E-Book-Verkauf auch direkt im stationären Buchhandel zu etablieren – wie es neben Libreka nun auch Libri testet. Shopping mit USB-Stick dürfte gegen das direkte Downloaden dauerhaft den Kürzeren ziehen, zumal dies auch zunehmend von mobilen Geräten aus geschieht. Das Berliner Startup textunes etwa hat bereits mehr als 400 Titel für iPhone und iPod Touch im Angebot, und konnte bereits mehr als 50.000 Downloads verzeichnen. Das freut textunes ebenso wie die beteiligten Verlage – der klassische Buchhandel allerdings bleibt bei solchen Modellen außen vor.

Folgende Titel stehen als E-Book kostenfrei zur Auswahl:

  • Matthias P. Gibert: Bullenhitze. Lenz‘ fünfter Fall (Gmeiner Verlag)
  • Frank Göhre: Abwärts (Pendragon Verlag)
  • Marco von Münchhausen: Die sieben Lügenmärchen von der Arbeit … und was Sie im Job wirklich erfolgreich macht (Campus Verlag)
  • Michael Stanley: Kubu und der Tote in der Wüste. (Eichborn Verlag)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".