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Affiliate für lau: Buchhandel.de hofft auf Blogger – Provisionen gibt’s nicht

21 Jan 2015

Wie schafft man eine unabhängige Branchen-Plattform für den Buchhandel, die gegen Amazon bestehen kann? Wie es nicht geht, hatte die Börsenvereins-Tochter MVB mit dem Projekt Libreka vor längerer Zeit schon mal ausprobiert. Seit Herbst 2014 wird unter buchhandel.de ein neuer Anlauf in Richtung Endkunde gemacht – derzeit noch in der Betaphase. Grafisch aufgehübscht, technisch auf der Höhe der Zeit, und mit einem klaren Ziel: die virtuelle Kundschaft soll beim Online-Shoppen von Büchern und E-Books den Buchhändler vor Ort unterstützen können.

Kooperationspartner gesucht

Als Kooperationspartner hofft der Börsenverein neben Buchhandlungen (derzeit ca. 500), Verlagen und Bibliotheken dabei zukünftig auch auf Blogger. Einfaches Verlinken auf Titel aus dem Gesamtkatalog mit mehr als zwei Millionen Produkten ist für Website-Betreiber durch das Einfügen der ISBN-Nummer bereits jetzt möglich (nach dem Muster http://www.buchhandel.de/buch/ISBN). Ähnlich wie Buchhändler es schon jetzt auf ihrer Website machen können, sollen Blogger demnächst aber auch Buchcover-Dateien in ihre Blogs einbinden können.

Warum sie das tun sollen, ist natürlich eine ganz andere Frage, denn ein allgemeines Affiliate-Programm ist bisher offenbar nicht geplant. Während die Partnerbuchhändler den Buchlinks ihre MVB-Kennummer zur Identifizierung hinzufügen, um auf diesem Wege z.B. beim E-Book-Verkauf Provisionen von bis zu 20 Prozent zu erhalten, gehen die Blogger in der bisherigen Planung leer aus.

Nicht nur Amazon macht’s besser

Nicht nur Amazon, sondern auch große deutsche Buchhändler wie Thalia, Weltbild oder Osiander sorgen dagegen schon lange mit Affiliate-Programmen dafür, dass mehr potentielle Kunden von anderen Websiten aus auf ihre Portale gelockt werden. Das Affiliate-Programm von Amazon ist dabei besonders beliebt – lässt es sich doch äußerst einfach einrichten und benutzen.

Hier könnte auch die Chance für buchhandel.de liegen, denn ob das Konzept der Branchenplattform am Ende aufgeht, hängt von der realisierbaren Endkunden-Reichweite ab – und genau daran ist bekanntlich Libreka gescheitert. Das Nachfolge-Konzept ist laut MVB-Geschäftsführer Ronald Schild ohnehin nur als „Ergänzung zu den individuellen Shops der Buchhändler“ gedacht. Doch irgendwoher muss der Traffic ja auch in diesem Fall kommen…

Abb.: Sameer Vasta/Flickr (cc)