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Adobe lockert DRM-Schutz: E-Books in Zukunft beliebig oft vom Nutzer kopierbar?

9 Dez 2009

Adobe lockert DRM Kopierschutz Ebooks bald einfacher kopierbar Bild_flickr_Brenda Starr.jpgAdobes DRM für E-Books könnte für Nutzer in Zukunft komfortabler werden. Angeblich ist als neuer Standard ein Passwortschutz geplant. Mit einer individuellen Nutzer-ID wäre dann jedes E-Book beliebig oft vom Besitzer kopierbar. Die Verlagsbranche fordert dagegen, auch weiterhin selbst zwischen „hartem“ und „weichem“ Digital Rights Management auswählen zu können.

Bremst Adobe die Dynamik des E-Book-Marktes aus?


Die meisten E-Book-Käufer lernen das Format epub nur in Verbindung mit Adobe kennen – denn das Software-Unternehmen sorgt für das Digitale Rechte Management, kurz DRM. Nichts schreckt die Buchbranche mehr als die Vorstellung von massenhaften Raubkopien, die in Internetforen kursieren. Die mit Adobes DRM versehehen elektronischen Bücher lassen sich deswegen ausschließlich auf einer begrenzten Zahl von Geräten installieren. Lesen kann man sie ohnehin nur, wenn die Firmware des E-Readers Adobe Digital Editions unterstützt. Adobe wurde deswegen vorgeworfen, die Dynamik des E-Book-Marktes auszubremsen. Nun hat das Unternehmen offenbar auf diese Vorwürfe reagiert: einem Bericht der Online-Zeitschrift Computerworld zufolge soll der Kopierschutz in Zukunft gelockert werden.

Bisher ist nach sechs Kopien Schluss mit lustig…

Die aktuelle Adobe Content Server-Software (Version 4) erlaubt die Installation des E-Books auf bis zu 12 Geräten – sechs mobilen E-Readern und Handhelds sowie sechs Desktop-Computern. Das große Problem dabei: es durften nur auf den Namen des E-Book-Käufers registrierte Geräte sein. Somit konnte man im Unterschied zum echten Buch ein E-Book nicht an Freunde oder Verwandte weitergeben. Jetzt schlägt Adobe eine andere Lösung vor: die Authentifizierung soll zukünftig über ein Passwort laufen. Das E-Book wird dabei vom Käufer auf einem Adobe ID Account registriert. Jeder, der den richtigen Benutzernamen und Passwort eingibt, könnte das E-Book lesen – auf jedem beliebigen Gerät.

Digitales Wasserzeichen als kostengünstige Alternative?

Vertreter der Verlagsbranche fürchten nun aber, ähnlich wie bei gecrackter Software könnten E-Books zusammen mit den Adobe ID-Daten über das Internet illegal verbreitet werden. Sie fordern deshalb, dass auch die neue Content-Server-Software die Wahlmöglichkeit zwischen „hartem“ und „weichem“ Kopierschutz lässt. David Rothman von TeleRead forderte dagegen den völligen Verzicht auf bisherige DRM-Methoden. Als Alternative plädierte er gegenüber Computerworld für „social DRM“ wie das digitale Wasserzeichen, das beispielsweise den Namen des E-Book-Käufers untrennbar mit den E-Book-Daten verbindet. „Social DRM blockiert die Verbreitung nicht direkt, sondern nutzt in einem positiven Sinn den sozialen Druck der Peer Group.“ Auch in Deutschland beginnt man umzudenken – so hatte etwa Libreka-Chef Roland Schild vor kurzem den Umstieg aufs digitale Watermarking gefordert. Die Internet-Plattform des deutschen Buchhandels würde diesen Service sogar umsonst anbieten – während für den normalen DRM-Schutz via Adobe pro E-Book 20 Cent Lizenzgebühren fällig werden.