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„7 Wege zur Exklusivität“: Bestseller-Autor Stephen Covey setzt auf Direkt-Publishing via Amazon

15 Dez 2009

stephen-covey-7-habits-of-highly-effective-people-bestseller-amazon-kindle-direkt-publishing.jpgBestseller-Autor Stephen R. Covey wagt den großen Deal mit dem Online-Riesen Amazon: zwei seiner meistverkauften Sachbücher – darunter „7 Wege zur Effektivität“ – werden demnächst exklusiv als E-Book auf dem Kindle-Reader zu lesen sein. Juristischer Hintergrund: Die Regelungen mit Coveys Hausverlag Simon&Schuster sagen nichts über E-Book-Rechte. Finanzieller Hintergrund: Coveys Honorar-Ansprüche könnten sich durch den Amazon-Deal mehr als verdoppeln.

Amazon als großes Los: Stephen Covey ist Spezialist für Win-Win-Situationen

Direkt-Publishing via Amazon Kindle – das war bisher für die Verlage ein Schreckgespenst, für viele Autoren die Hoffnung auf bessere Bezahlung. Schließlich kann der Online-Buchhändler weitaus attraktivere Konditionen bieten – ein E-Book verursacht weder Druck- noch Vertriebskosten. Gleichzeitig winkt gerade für englische Titel die weltweite Reichweite: Kindle-E-Books können mittlerweile in mehr als hundert Ländern gekauft werden. Jemand wie Stephen R. Covey garantiert ohnehin gute Absatzzahlen: sein Ratgeber „7 Habits for effective People („7 Wege zur Effektivität)“ ging seit 1989 bereits 15 Millionen Mal über den Ladentisch. Im Jahr 2009 konnten immerhin noch 136.000 Exemplare abgesetzt werden. Ähnlich erfolgreich war seit 1992 der Folgeband „Principle Centered Leadership“. Und wer so wie Covey auf proaktives Verhalten und das Erkennen von Win-Win-Situationen geeicht ist, dem musste ja angesichts des E-Book-Booms bei Amazon die Stunde schlagen. Hundert Prozent Direkt-Publishing wird es allerdings nicht. Denn der E-Book-Verlag Rosetta Books bereitet Coveys Titel für Amazons E-Book-Store auf und stellt sie als Content zur Verfügung.

Wer hat die Kontrolle über die Backlist – Verlage oder Autoren?

Ein gutes Geschäft bleibt es trotzdem. RosettaBook-Chef Arthur Klebanoff schätzte gegenüber der NYT, dass Covey mehr als 50 Prozent der E-Book-Umsätze erhalten wird, während die Standard-Honorare maximal bei 25 Prozent liegen. Der Griff in die Backlist hat übrigens einen sehr formalen Hintergrund: als vor dreißig Jahren die Verträge für die beiden Longseller geschrieben wurden, dachte noch niemand an E-Books. Deswegen gehen viele Autoren mittlerweile davon aus, dass sie bei älteren Titeln grundsätzlich die Rechte für die Veröffentlichung in elektronischer Form besitzen. Von den Verlagen wiederum wird das allerdings bestritten. Nicht zufällig hat etwa Random House letzte Woche in punkto E-Books den „Alleinvertretungsanspruch“ noch einmal öffentlich bekräftigt: „Die große Mehrheit unserer Backlist-Verträge sichert uns das exklusive Veröffentlichungsrecht auch für elektronische Formate“, hieß es in einem Schreiben an prominente Literatur-Agenten.