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50 Prozent plus im Weihnachtsgeschäft: Forrester korrigiert E-Reader-Prognose nach oben

8 Okt 2009

50 Prozent mehr E-Reader: Zeitgleich mit Amazons neuer Kindle-Offensive hat Forrester Research seine Prognose für 2009 deutlich nach oben korrigiert. Bis Ende des Jahres könnten auf dem US-Markt nicht nur zwei Millionen, sondern drei Millionen elektronische Lesegeräte verkauft werden. Entscheidend wird offenbar das Weihnachtsgeschäft: Santa Claus alleine dürfte in Sachen E-Book-Reader für ein Drittel des gesamten Jahresumsatzes sorgen.

Auch in Deutschland wird bis Ende 2009 das E-Reader-Angebot so groß sein wie nie zuvor

Die Bedingungen haben sich in wenigen Monaten stark verändert: Sony hat gleich mehrere neue Geräte auf den Markt gebracht, Amazon hat die Kindle-Preise deutlich gesenkt, zudem ist nun auch der US-Buchhandelsgigant Barnes&Noble ins E-Book-Geschäft eingestiegen. Ein bedeutendes Plus meldet nicht ganz zufällig E-Ink, der führende Hersteller von E-Reader-Displays: um mehr als 250 Prozent seien die Umsätze dieses Jahr gestiegen, und damit deutlich mehr als erwartet. Auch in Deutschland wird bis Ende des Jahres das Angebot an E-Readern so groß sein wie nie zuvor: neben Amazons Kindle wird dann u.a. das WiFi-fähige Lesegerät von txtr erhältlich sein. Viele internationale E-Book-Bestseller werden aber auch für die Besitzer von Kindle oder txtr bis auf weiteres nur in englischer Sprache verfügbar sein. Der wichtigste Wachstumsmarkt im E-Book-Business wird somit auch weiterhin außerhalb Europas liegen – nämlich in den USA.

Ist der Einzelhandel auf den Wachstumsmarkt E-Book wirklich vorbereitet?

Im Jahr 2010 dürfte auf der anderen Seite des Atlantiks die wachsende Dynamik auf dem E-Reader-Markt erst so richtig greifen: Forrester erwartet für den US-Markt 10 Millionen verkaufte Lesegeräte. Dazu würden auch erwartbare technische Neuerungen beitragen: u.a. Alternativen zu E-Ink, die auch Farbdarstellung und das Abspielen von Videos ermöglichen, neue Tablet-PCs von Apple, Microsoft & Co. mit Touch-Screen-Technik, aber auch Dual-Screen-Geräte von Asus oder Samsung, die E-Ink und LCD kombinieren. Die Achillesferse im E-Reader-Handel bleibt Forrester zufolge allerdings der Endverkauf: der Einzelhandel, vor allem natürlich die Buchhandlungen, hätte das Potential elektronischer Lesegeräte offenbar noch nicht erkannt. Schlecht geschulte Verkäufer stünden hier oft ebenso schlecht informierten Kunden gegenüber. Eine weitere Wachstumsbremse ist aber auch immer noch der Geräte-Preis. Im Sommer befragte Forrester Konsumenten: „At what price would you consider an eBook reader expensive but still purchase it?“. Für die große Mehrheit lag die Schmerzgrenze zwischen 50 und 100 Dollar.