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Die 50 Graustufen zum Herz von Mason Stone – Tanita Hartwell, “A Touch of Jasmin“ [Leseprobe]

Tanita-Hartwell-A-Touch-of-Jasmin-Erotischer-RomanMason Stone hat alles, was sich eine Frau wie Jasmin wünscht: er ist attraktiv, charismatisch und weltgewandt. Als erfahrene Masseurin in einem Grandhotel bekommt sie zu später Stunde auch ganz praktisch einen direkten Eindruck von der virilen Körperlichkeit des Star-Architekten aus den USA. Auch Stone scheint nicht nur von Jasmins Händen angetan. Eine leidenschaftliche Romanze nimmt ihren Lauf. Doch bald zeigt sich eine verborgene Seite des Traummanns: Mason Stone ist eine Art umgekehrter Christian Grey, er möchte sexuell dominiert werden. Für Jasmin ein absolutes No-Go, sie bricht die Beziehung ab. Vergessen kann sie den Architekten aber nicht, und nach einem ermutigenden Gespräch mit einer professionellen Domina nimmt sie vorsichtig wieder Kontakt auf. Hat die Liebe zwischen beiden doch eine Chance? Tanita Hartwells neuer Roman „A Touch of Jasmin – Verborgen“ ist der erste Band einer Trilogie. Die freiberufliche Übersetzerin aus dem Bergischen Land hat sich als Romanautorin einem ganz speziellen Genre verschrieben: erotischen Liebesromanen mit spannender Handlung und sympathischen Charakteren. Wie die „Lovestory mit leichten BDSM-Elementen“ (so die Autorin) beginnt, verrät unsere Leseprobe. Noch mehr Schattierungen von Mr. Stone bietet die Blick ins Buch-Option im Kindle Shop.

Tanita Hartwell, A Touch of Jasmin

1.Kapitel
Ein Hauch

Ein viel zu heißer Spätsommertag hatte die Stadt in eine Sauna verwandelt. Eine drückende, schwüle Hitze kroch durch die Straßen und engen Gassen. Die Männer waren zu erschöpft, ihre gierigen Blicke an die Beine und Hintern der jungen Mädchen zu heften, die in knallengen Hotpants durch die Stadt liefen. Der Abend versprach Abkühlung, graue Gewitterwolken und Donner in der Ferne kündigten einen erfrischenden Regenschauer an.
Endlich Feierabend! Ich freute mich auf ein kühles Getränk und eine Dusche. Mit müden Füßen schlurfte ich in die Umkleidekabine, steckte den Schlüssel in den Spind und wollte meine private Kleidung herausholen, als mein Chef an die Türe klopfte.
„Was willst du, Rainer?“, fragte ich unwirsch.
„Jasmin“, sagte er keuchend, „du musst mir einen Gefallen tun! Ein Gast möchte unbedingt noch eine Massage in seiner Suite.“
„Sag ihm, es ist keine Masseuse mehr im Einsatz.“
„Kannst du nicht eine Ausnahme machen?“
„Rainer, ich bin müde und will nach Hause. Ich hatte einen anstrengenden Tag.“
„Bitte … die Hotelleitung macht sonst Ärger. VIP aus den Staaten.“
Ich seufzte, packte einige Sachen zusammen, verstaute Handtücher und Massageöle in einer Tasche, holte die transportable Massageliege. Ein Gast aus den Staaten, – meistens gaben diese Kunden ein großzügiges Trinkgeld, eine kleine Finanzspritze könnte nicht schaden. Trotzdem, innerlich verfluchte ich die ach-so-wichtigen-Personen, die meinten, so mit anderen Menschen umspringen zu können, nur weil sie vermögend waren. Womöglich wollte der gute Mann zu dieser späten Stunde noch eine Massage mit „Happy End“… Ich grinste, nein, nein, so was gab es hier nicht, da musste sich der feine Herr schon in ein Etablissement der anderen Art begeben.
Rainer half mir beim Packen. „Du bist ein Schatz. Dein Kunde heißt Mr. Stone, er residiert in der Deluxe-Suite.“
Ich machte mich auf den Weg nach der Very Important Person und drückte auf den Knopf des Aufzugs, der mich mit leisem Surren in die siebte Etage beförderte.
„Ihre bestellte Massage.“ Ich klopfte an die Zimmertür.
„Einen Moment.“ Ein hünenhafter Mann lugte durch den Türspalt.
„Guten Abend, Sir. – Sie hatten eine Massage bestellt?“
„Das ist richtig.“ Er taxierte mich und zog die Augenbrauen hoch.
Dies störte mich nicht weiter, denn ich war es gewöhnt, von Kunden in Augenschein genommen zu werden, was meine Qualitäten als Masseuse betraf. Viele trauten mir aufgrund meiner zierlichen Statur wohl keine ausreichend kräftige Massage zu. Ich schenkte meinem Gegenüber deshalb ein selbstsicheres, amüsiertes Lächeln.
„Mr. Stone ist gerade noch unter die Dusche. Ich bin Werner, sein Bodyguard.“ Der Hüne gab die Tür frei und machte eine einladende Handbewegung.
Auch das noch, es wurde immer später. Hoffentlich duschte er wenigstens kalt. „Kein Problem“, erwiderte ich höflich und professionell, wie ich es laut Anweisung der Hoteldirektion tun musste. Mit gekonnten Bewegungen baute ich unter den strengen Augen des Leibwächters die Massageliege auf.
Ich stellte mich in Erwartung meines Kunden mit hinter dem Rücken verschränkten Armen daneben, doch Werner bot mir einen Platz auf einem der bequemen, samtbezogenen Sessel an. Ich nickte dankbar und ließ mich regelrecht in das weiche Polster hineinfallen. Unerwartet trat er näher zu mir heran und hielt mir eine Schachtel Pralinen entgegen.
„Kosten Sie! Dies sind die besten Champagnertrüffel der Welt.“
„Oh, danke.“ Welch süße Aufmerksamkeit! Ich nahm einen Trüffel und ließ ihn im Mund zerschmelzen, bis er eine köstliche Marc de Champagne Füllung freigab. Ich liebte feine Schokolade und war Stammkundin in der Confiserie, aus der das edle Naschwerk stammte. Meine feinen Geschmacksknospen ertasteten die Nuancen, die diese Pralinen so außergewöhnlich machten – zartschmelzend und sehr intensiv.
Der Hüne öffnete die Türe der Minibar. „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“
Ich war sehr angetan von seiner Höflichkeit, ihm war es offensichtlich peinlich, dass ich noch länger warten musste. „Ein Tonic Water bitte.“
Er setzte den Öffner an den Flaschenhals, mit einem Zischen ergab sich das köstliche prickelnde Getränk und floss perlend ins Glas. Es war mir willkommen wie Champagner. „Danke, sehr aufmerksam von Ihnen.“ Das Tonic rann kühl und leicht bitter meine Kehle hinunter und erfrischte meine müden Sinne. Leider neutralisierte es auch den Geschmack der Schokolade, der sich so angenehm auf meine Zunge gelegt hatte. Der Leibwächter balancierte die Pralinenschachtel auf seiner riesigen Hand galant in meine Richtung, damit ich die nächste Köstlichkeit probieren konnte. Ich nahm mir einen mit Puderzucker bestäubten Vollmilch-Trüffel.
Endlich kam Mr. Stone aus dem Badezimmer, ein Badetuch um die Hüften, mit einem anderen rubbelte er sich kräftig die Haare trocken. „Es ist leider ein bisschen spät geworden“, sagte die tiefe, etwas raue Stimme unter dem Handtuch.
Ein bisschen spät ist gut, dachte ich. Es war fast einundzwanzig Uhr, welcher normale Mensch musste um diese Uhrzeit noch eine Massage bestellen?
Seinen Körper konnte ich bereits in Augenschein nehmen – er sah aus wie von einem Spitzensportler, definierte Bauchmuskeln und perfekt proportionierte Schultern und Arme. Oder ein Filmstar – warum sollte er schließlich sonst einen Bodyguard brauchen? Ich hatte kein Interesse an der Klatschpresse und war keine Freundin der einschlägigen Lifestyle-Magazine, sonst hätte ich ihn vielleicht gekannt.
Ich wunderte mich, dass er perfekt Deutsch sprach und fast keinen Akzent hatte, sofern ich das dem kurzen Satz entnehmen konnte. Endlich gab das Handtuch sein Gesicht frei. Ein Dreitagebart legte einen attraktiven männlichen Schatten auf seine Wangen. Sein Gesicht war auf eine faszinierende Art so anziehend, dass ich meinen Blick nicht loseisen konnte. So ein Gesicht gehörte auf die Leinwand, er musste Schauspieler sein, ganz sicher. Vielleicht hatten mir meine lieben Kollegen aber auch einen Streich spielen wollen und einen Dressman hier aufs Zimmer bestellt, damit ich mich zum Narren machte. – Oder versteckte Kamera? Verwirrt ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen, auf der Suche nach irgendeiner verräterischen Kleinigkeit. Der Bodyguard verfolgte belustigt meine Kopfbewegungen. Ich schluckte so heftig, dass ich Husten musste. Nun hatte ich auch Mr. Stones Aufmerksamkeit geweckt, er blickte mich fragend an, der Anflug eines Grinsens lag dabei in seinen Mundwinkeln. Ich ging auf ihn zu und begrüßte ihn per Handschlag, wobei ich mich als Angestellte des Hotels und mit meinem Namen vorstellte, genau nach Vorschrift. Sein Blick steuerte kurz das Namenschild auf meinem Poloshirt an, das mich ebenfalls als Mitarbeiterin Jasmin T. auswies. Ich hatte das Gefühl, dass unsere Hände viel zu lange ineinander verharrten, seine war noch ganz warm und aufgeweicht vom Duschen, und angenehm groß und männlich. Ich stand ihm gegenüber und blickte direkt auf seine Brustmuskeln. Mein übermüdetes Gehirn liebte es, mir Dinge vorzugaukeln. Es sandte gerade Bilder vor meine Augen, die jenseits des verhüllten Handtuchs waren … und noch viel mehr. Meine Gedanken schoben seinen und meinen erhitzten Körper zwischen die Laken der edlen Hotelwäsche. Ich schloss die Augen und öffnete sie dann ruckartig wieder, vielleicht schaffte ich es so, wieder in die Wirklichkeit zurückzukehren. Doch in der Realität war er noch immer da – nur nicht mit mir in der erträumten Situation.
Der Bodyguard beobachtete mit Argusaugen, wie ich die Handtücher auf der Liege glatt strich, und verfiel dann wieder in seine starre Mimik. Ich sah zu, wie der Sommerregen die Fensterscheiben sanft benetzte, um meinen Blick von diesem verdammt heißen Mr. Stone loszueisen. Er ist nur ein Gast, hämmerte ich mir immer wieder ein. Tu deine Arbeit, fahr anschließend nach Hause, mach es dir auf dem Sofa mit deiner Katze gemütlich und schalte den Fernseher an, so wie du es immer tust. Er wird dich nach der Massage schließlich auch vergessen. Du bist eine Bedienstete, die sich dem herrschaftlichen Willen dieses Mannes unterwerfen muss – wenn auch nur beruflich.
Ich stellte mir vor, wie er die Nachtclubs der Stadt unsicher machte. Eine im Licht der Tanzfläche zuckende weibliche Schönheit wäre sicher schon nach wenigen Minuten bereit, die Nacht mit ihm zu verbringen… Und am nächsten Morgen würde er ihr mit seiner warmen Stimme ein kaltes „Goodbye“ ins Ohr hauchen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden…
So ein Typ Mann war er, da war ich mir sicher.
Er zog meine Blicke immer wieder wie ein Magnet auf sich. Ich konnte es nicht verhindern, mein Kopf bewegte sich einfach in seine Richtung. Sein Haar stand ihm feucht und zerzaust vom Kopf ab. Verdammt sexy. Er war absolut unübersehbar und unüberhörbar sexy. Verdammt. Wie konnte ich meine diplomatische Zurückhaltung wiedergewinnen? Er setzte eine Wasserflasche an seine Lippen und ich sah zu, wie sein Kehlkopf beim Schlucken der kalten Flüssigkeit hüpfte. Ich war drauf und dran, ihm seinen Wunsch nach der späten Massage zu verzeihen. Leute wie er kamen immer damit durch, das fand ich einerseits nicht richtig. Er war eben ein charmanter Blender.
Noch während ich meinen düstern Gedanken über ihn nachging, lächelte er schelmisch und schob sich einen Trüffel in den Mund, was ihn sehr natürlich und sympathisch wirken ließ. Sein Lächeln steckte an, ich ertappte mich dabei, wie sich meine Mundwinkel ebenfalls nach oben verzogen, und auch das Aufblitzen seiner Augen traf direkt meine Pupillen.
„Werner, Sie können uns nun alleine lassen – ich glaube nicht, dass von der jungen Dame hier Gefahr ausgeht“, sagte er mit einem Augenzwinkern.
Wer weiß. Wer weiß.
„Wie Sie wünschen, Mr. Stone. Ich bin draußen, direkt vor der Tür.“ Er verabschiedete sich mit einem dienstbar ergebenen Nicken.
„Können Sie das Licht dämmen?“ Mr. Stone rieb sich die Schläfen. „Ich habe schon den ganzen Tag unter grässlicher Neonbeleuchtung im Konferenzraum verbracht.“
„Natürlich, Sir.“ Meine geübten Hände wussten auch im Dunkeln, was zu tun ist. Ich dämmte den Kronleuchter und alle anderen Lampen im Raum. „Etwas Musik?“
„Nein, ich genieße die Stille.“
Die Ruhe wurde jäh unterbrochen von einem kräftigen Donnergrollen, das seinen Unmut über der Stadt erschallen ließ. Das Echo hallte von den Gebäuden wider, durch einen Spalt in den Vorhängen sah ich bereits die Blitze zucken, gefolgt von prasselndem Regen. Ich hoffte, nach dem Schauer trockenen Fußes nach Hause zu kommen.
„Bitte, Sir.“ Ich deutete ihm an, sich auf die Massageliege zu begeben. „Haben Sie einen bestimmten Wunsch, was das Massageöl betrifft? – Ich habe…“
„Wählen Sie eins aus.“ Er zog sich mit einem Schwung das Handtuch von den Hüften und ich atmete scharf ein. Eine Sekunde lang hatte ich befürchtet, (oder gehofft?) dass er vielleicht nichts darunter trug… Ich konnte die angestaute Luft wieder ablassen, die meinen Kopf an den Rand einer Explosion gebracht hatte. Graue Armani Boxershorts bedeckten seinen Unterleib, hüllten die Vorderseite und perfekt gerundete Rückseite ein.
„Wie Sie wünschen.“ Ich verrieb das Öl zwischen den Händen, um es anzuwärmen. Dann begann ich die Massage auf seinen Schultern. sie waren breit und muskulös. Er hatte den Duft des feinen Duschgels, das extra für unser Haus komponiert wurde und unseren Gästen vorbehalten war, fast gänzlich abgespült, es war nur noch vage mit einem Hauch von Farn und Zedernholz wahrzunehmen und vermischte sich perfekt mit dem Geruch seiner eigenen Haut. Ich entdeckte eine verblasste Tätowierung auf seiner rechten Schulter und versuchte neugierig, etwas zu erkennen; blasse grünliche Schlieren, Buchstaben, ein Frauenname vielleicht… Dabei hatte ich wohl das Tempo verringert, er hob den Kopf, blickte mir in die Augen und raunte: „Eine Jugendsünde … eine davon.“
Als ob er mir eine Erklärung schuldig wäre. Beschämt massierte ich weiter, hinauf zu seiner Halswirbelsäule. Konzentriere dich, schalt ich mich selbst, auf Muskeln, Sehnen und Knochen. Muskeln (oh ja!), Sehnen und Knochen, wiederholte ich wie ein Mantra. Ich knetete mir die Neugier aus dem Körper, bis ein feiner Schweißfilm meine gesamte Haut überdeckte.
Trotz der Anstrengung verging die Zeit für mich wie im Fluge. Mr. Stone schlüpfte in einen weißen Hotel-Bademantel, während ich meine Sachen zusammenpackte. Hierbei vermied ich es, ihn anzublicken. Als ich meine Liege zusammenklappte, stand er plötzlich hinter mir und fragte, ob er helfen könne. Ich verneinte, da ich dies mit gewohnten Griffen jeden Tag machte, war aber trotzdem verwundert über sein Angebot. Die VIPs bewegten sich sonst nur auf den Fitnessgeräten, um ihre Körper in Form zu bringen. Andere Tätigkeiten interessierten sie gewöhnlich nicht.
„Das hat sehr gut getan“, sagte er, und überreichte mir ein mehr als großzügiges Trinkgeld.
Ich knüllte die Scheine verlegen in meiner Hand zusammen und bedankte mich lächelnd.
Als er mich zur Türe begleitete nutzte er die Gelegenheit, mir eine Hand sanft in den Rücken zu legen. Ich wollte es ignorieren, zuckte aber zwischen den Schulterblättern zusammen wie nach einem elektrischen Schlag. Hoffentlich hatte er es nicht bemerkt. Als ich mich noch einmal kurz umdrehte, blickte ich in sein ernstes Gesicht, das nichts verriet.
„Sie haben göttliche Hände. – Übrigens: Was war das für ein angenehmer Duft?“
„Jasmin“, sagte ich und zog die Türe leise hinter mir zu.

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Copyright Cover & Leseprobe: Tanita Hartwell
Publikation mit frdl. Genehmigung der Autorin.

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Tanita Hartwell,
A Touch of Jasmin – Erotischer Roman
E-Book (Kindle Shop) 1,99 Euro

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".