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Neues aus dem Bücherkosmos: Die Umsatzsonne leidet unter Massenverlust, E-Books bleiben weiße Zwerge

6 Aug 2018

buecherkosmos-buchmarkt-2017Gibt es am Ende eine Supernova-Explosion? Oder implodiert sie in ein schwarzes Loch? Die Sonne schrumpft, soviel steht fest, jedes Jahr ein bisschen. Auch die Umsatzsonne auf der aktuellen Buchmarktgrafik des Börsenvereins leidet unter kontinuierlichem Massenverlust: das Zentralgestirn des „Bücherkosmos“ hat im Jahr 2017 mal wieder 1,6 Prozent verloren. Leichtes Wachstum gab es nur in einem Bereich: dem Internetbuchhandel. Die Materienebel des E-Book-Marktes dagegen kreisen und kreisen, aber zur Zündung der Kernfusion fehlt offenbar die kritische Masse — der Umsatzanteil am Gesamtmarkt stagniert bei 4,6 Prozent, die Zahl der Käufer nimmt sogar leicht ab. Nur die Zahl der verkauften E-Books nahm 2017 leicht zu.

Wachstum nur bei Film und Games

Und wo findet überhaupt noch Wachstum statt? Ganz einfach: außerhalb der Gutenberg-Galaxis. Die Filmwirtschaft verzeichnete 2017 ein Umsatzwachstum von 3 Prozent, die Computer- und Videospielbranche sogar ein zweistelliges Plus von 12 Prozent. Die Musikindustrie dagegen stagniert interessanterweise ähnlich wie die Buchbranche — ebenfalls ein Digitalisierungs-Phänomen? Erstmals haben ja kürzlich Streaming und Downloads in Deutschland den CD-Verkauf überholt. Eins muss man aber auch beachten: die Buchbranche blieb auch 2017 mit einem Volumen von 9,13 Mrd. Euro das mächtige Mutterschiff im kulturindustriellen Kosmos — dagegen sind Musik, Film und Games nur kleine Tochterschiffe, selbst zusammengerechnet sind sie noch 2 Mrd. Euro kleiner als der Buchmarkt.

(via Börsenblatt)