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„Entdeckt!“: Amazon-Autorenpreis fördert neue Talente

4 Jan 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

Amazon.de wird jetzt auch in Deutschland zum Talent-Scout: mit einem neuen Autoren-Wettbewerbsoll die Aufmerksamkeit auf lesenswerte Neuerscheinungen gelenkt werden, die noch nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Jedes Quartal wählt die Amazon.de-Redaktion fünf Titel aus, die gegeneinander antreten. Die Jury ist so groß wie die Zahl der Leserinnen und Leser. Ziel ist es nämlich, möglichst viele positive Kundenbewertungen zu erhalten. Zum Gewinner erkoren wird am Ende dann automatisch der Kandidat mit der besten Platzierung in Bezug auf die „Sortierung nach Kundenbewertung“. Die Quartalssieger treten ebenfalls gegeneinander an – am Ende des Jahres wird einer von ihnen zum Jahressieger.

Teilnehmer sind keine Indie-Autoren

Zu den Teilnehmern der ersten Runde gehören Stephanie Fey („Die Gesichtslosen“), Elena Santiago („Inseln im Wind“), Alex Berg („Die Marionette“), Daniela Krien („Irgendwann werden wir uns alles erzählen“) sowie Thomas Willmann („Das finstere Tal“). Um Independent-Autoren aus Amazons Kindle Direkt Publishing-Programm handelt es sich dabei allerdings nicht – sämtliche Titel werden bereits von renommierten Verlagen wie Heyne, Droemer Knaur oder Ullstein betreut. Die teilnehmenden Bücher sind sowohl als Print-Version wie auch als E-Book lieferbar. Preislich liegen die elektronischen Versionen zwischen 7,99 und 14,99 Euro. Wer sich einen ersten Eindruck über die Qualität der Titel verschaffen möchte, kann über die Wettbewerbs-Seite Leseproben im PDF-Format herunterladen. Eine Ranking-Liste informiert dort auch über den aktuellen Zwischenstand. Bis zum 8. Januar läuft zudem ein Gewinnspiel,bei dem man das Buch des persönlichen Favoriten gewinnen kann.

Wie heiß ist der Preis, Amazon?

Was die siegreichen Autoren im einzelnen erwartet – und ob es etwa ein Preisgeld gibt — hat Amazon noch nicht bekanntgegeben. Eins dürften die Siegertitel auf jeden Fall bekommen: mehr Publicity. Bei ähnlichen Fördermaßnahmen wie etwa dem Encore-Programm von Amazon.com werden ausgewählte E-Books von Self-Publishing-Autoren nicht nur marketingtechnisch unterstützt, sondern auch mit neuem Cover-Layout versehen und als Hörbuch produziert. Bei der Auswahl der in Frage kommenden Titel spielen ebenfalls Kundenrezensionen eine zentrale Rolle. Unter dem Label „Kindle Indie Books“ hat Amazon in den USA sogar schon einen speziellen E-Store für unabhängige Autoren wie Amanda Hocking oder John Locke geschaffen. Soweit geht das Engagement von Amazon.de momentan noch nicht. Doch in absehbarer Zeit dürfte der Online-Buchhändler auch hierzulande gerade bei E-Books noch stärker in die Rolle eines Verlegers schlüpfen.

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