„Shades of Grey“ pusht Bertelsmann-Umsatz, E-Book-Anteil schon bei 20%

Die Stärkung des Kerngeschäfts hat sich der Bertelsmann-Konzern vorgenommen, zugleich aber die forcierte digitale Transformation – und das scheint sehr gut zu funktionieren. Perfektes Beispiel dafür ist die Konzerntochter Random House. Die weltgrößte Verlagsgruppe erreichte 2012 ein Umsatzplus von 22,5 Prozent (Gesamtkonzern: plus 4,5 Prozent), gepusht vor allem durch Megaseller wie die „Shades of Grey-Trilogie“. Zwischen März und Dezember des vergangenen Jahres verkaufte sich die SM-Schmonzette der britischen Autorin E L James mehr als 70 Millionen mal – als Taschenbuch, Hörbuch und E-Book. Das gab der Konzern heute auf seiner jährlichen Bilanzpressekonferenz in Berlin bekannt.

„Shades of Grey“ mag zwar die am schnellsten verkaufte Buchserie der Firmengeschichte darstellen, doch es gab auch noch weitere Hits. Auf dem besonders umsatzstarken US-Buchmarkt kamen Titel der Verlagsgruppe Random House im Jahr 2012 insgesamt 33 mal auf Platz Eins der NYT-Bestsellerliste, darunter Lee Childs Thriller „A Wanted Man“, Rod Stewarts Autobiografie „Rod“ sowie „Private Games“ von James Patterson. Zum Erfolg der Buchsparte trug der Ausbau des E-Book-Katalogs auf inzwischen mehr als 47.000 Titel ebenso bei wie die Buchverleih-App Skoobe: insgesamt liegt der E-Book-Anteil nun bereits bei 20 Prozent, verkündet Bertelsmann.

Hier gilt natürlich: Tendenz weiter steigend. Denn zum einen hat Bertelsmann kräftig in die Tolino-Allianz investiert, und verfügt damit über eine eigene, cloudgestützte Geräteplattform für elektronische Bücher. Zum anderen wird 2013 die Fusion zwischen Random House und der Buchsparte von Pearson vollzogen, der neue Verlagsgigant soll dann „Penguin Random House“ heißen. Im US-Geschäft konnte Penguin bereits für das Jahr 2011 einen E-Book-Anteil von 20 Prozent verzeichnen. Letztlich geht es bei diesem Mega-Merger natürlich auch darum, die Position der Großverlage gegenüber einem noch mächtigeren Giganten zu stärken: Amazon.

Abb.: Flickr/twicepix (cc)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".