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„Open Secrets“: New York Times veröffentlicht E-Book zu Wikileaks & Julian Assange

27 Jan 2011

open-secrets-e-book-wikileaks-new-york-timesDie New York Times bringt ein E-Book mit dem Titel „Open Secrets: WikiLeaks, War and American Diplomacy“ heraus. Darin enthalten sind nicht nur 27 bisher unveröffentlichte „Geheim“-Dokumente, sondern auch ein Portrait von Wikileaks-Gründer Julian Assange sowie des inzwischen inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning. Als „Whistleblower“ brachte Manning die aktuelle Wikileaks-Affäre überhaupt erst ins Rollen. In einem weiteren Beitrag geht Chefredakteur Bill Keller auf die zentrale Rolle der New York Times bei der Veröffentlichung der „War-Logs“ ein. Im Kindle-Store und für den Nook-Reader von Barnes&Noble ist „Open Secrets“ bereits jetzt lieferbar. Bis 31. Januar soll das E-Book auch via Google eBooks und iBooks zu haben sein. (Wer sich für die deutsche Perspektive auf das „Cablegate“ interessiert, dem sei übrigens das diese Woche erschienene Buch „Staatsfeind Wikileaks“ empfohlen, das von den Spiegel-Autoren Marcel Rosenbach & Holger Stark geschrieben wurde – bisher leider nur als Printversion erhältlich)

„Facts wrong, top to bottom. Dark day for US journalism“

Die New York Times gehörte wie auch der britische Guardian und das Wochenmagazin Der Spiegel zu ausgewählten „Medienpartnern“ von Wikileaks, denen wichtige Dokumente über den Krieg gegen den Terror bereits vorab zugespielt wurden, um ihnen die Aufbereitung des Materials zu ermöglichen. In einem bereits online gestellten Vorabdruck („Dealing With Assange and the Secrets He Spilled“) versucht Chefredakteur Keller die Rolle der NYT allerdings zu relativieren: Assange sei zu keinem Zeitpunkt ein Partner oder Mitarbeiter gewesen, sondern eine „Quelle“, und für solche Informanten gelte: „Man muss nicht notwendigerweise ihr Anliegen unterstützen, ihre Rhetorik übernehmen, irgendetwas von vornherein für bare Münze nehmen, ihre Methoden richtig finden oder, das ist das wichtigste, ihnen erlauben, die Berichterstattung zu beeinflussen oder zu zensieren“. Ohnehin habe sich das gegenseitige Verhältnis verschlechtert, nachdem die NYT im Oktober 2010 einen wenig schmeichelhaften Artikel über den Wikileaks-Gründer herausbrachte. Auch über den Vorabdruck von Kellers Essay ist man bei Wikileaks nicht besonders begeistert: „Facts wrong, top to bottom. Dark day for US journalism”, wurde via Twitter kommentiert.

open-secrets-e-book-wikileaks-new-york-times Open Secrets: WikiLeaks, War and American Diplomacy
Kindle-E-Book (Amazon) 9,19 Dollar
Nook-E-Book (Barnes & Noble) 5,99 Dollar
staatsfeind-wikileaks Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert.
Hardcover (DVA) 14,99 Euro