„Lending-Feature“: Amazon aktiviert Ausleihfunktion für Kindle-E-Books

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Kindle-Nutzer in den USA können seit Anfang des Jahres E-Books verleihen – Amazon hat die bereits im Herbst 2010 angekündigte „Lending“-Funktion aktiviert. Bis zu 14 Tage können ausgeliehene Kindle-Books von Dritten gelesen werden, während dieser Zeit ist das jeweilige Buch für den Besitzer gesperrt. Die neue Funktion kann pro Titel nur einmal genutzt werden, außerdem ist sie abhängig davon, ob der jeweilige Verlag sie freigegeben hat.

E-Book auf Zeit: nach 14 Tagen ist Schluss

E-Books verschenken können Kindle-Nutzer schon seit längerer Zeit – und sie haben davon während der Weihnachtszeit auch regen Gebrauch gemacht. Einen Kindle-Reader braucht der Beschenkte dabei nicht, ein Tablet, Smartphone oder ein PC mit Kindle-App reicht aus. Ganz ähnlich funktioniert das neue Ausleih-Feature (siehe die How-to-Seite von Amazon). Angekündigt war es bereits seit Oktober 2010, aktiviert wurde es Ende Dezember. Der wichtigste Unterschied zum „Give as a gift“-Feature: das verliehene E-Book ist ein „Geschenk“ auf Zeit, denn spätestens nach 14 Tagen werden die Leserechte des eigentlichen Besitzers wieder aktiviert. Jedes E-Book kann außerdem nur ein einziges Mal ausgeliehen werden. Vergleichbare Konditionen bietet auch Barnes&Noble den Nutzern des Nook-Readers („LendMe-Funktion“).

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Lending-Feature funktioniert nur via Browser

Gemanagt wird das Lending-Feature von Amazon bisher ausschließlich via Webbrowser, nicht direkt auf dem Kindle-Reader. Voraussetzung ist zudem, das mindestens eins der bisher gekauften Bücher ausleihbar ist. Ob das zutrifft, zeigt im persönlichen Amazon-Account ein Blick in das „Manage your Kindle“-Menü. Wer sich in Zukunft vor dem Kauf neuer E-Books informieren will, ob die Titel verleihbar sind, findet die entsprechende Info auf der Produktdetail-Seite („Lending enabled“) Alles, was man für den Ausleihvorgang noch braucht, ist der Name und die E-Mail-Adresse des Ausleihers. Dieser hat dann eine Woche Zeit, das Leih-Angebot zu akzeptieren – und sich ggf. selbst ein Amazon-Account zu besorgen & die Kindle-App zu installieren.

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“Lending Club“: Kindle-Nutzer organisieren sich

Aktiviert werden kann die Verleih-Funktion bisher nur von US-Kunden – ausleihbar sind die Kindle-Books grundsätzlich allerdings an jedermann an jedem Ort. Vorausgesetzt, das jeweilige Buch ist vom Verlag am Standort des Ausleihers für den Verkauf freigegeben. Das hat wohl nicht nur mit Copyright alleine zu tun, zugleich soll somit offenbar sichergestellt werden, dass möglichst viele Nutzer ein ausgeliehenes Buch am Ende auch dauerhaft erwerben. Einen Leihgeber zu finden ist nicht schwer: Ähnlich wie im Falle des Nook-Readers beginnt auch die Kindle-Community bereits, sich über Foren oder Facebook zu vernetzen (etwa: „Kindle Lending Club“). Innerhalb der Familie oder im engen Freundeskreis gibt es allerdings eine weitaus leistungsfähigere Alternative, kollektiv Kindle-Books zu lesen: die gemeinsame Nutzung eines Kindle-Accounts. Vorher muss man sich natürlich einigen, wer seine Kreditkarte
zur Verfügung stellt…

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".