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„Buchhandelsreader“ von 4 bis 8 Zoll: MVB präsentiert Liro Mini, Liro Color II, Liro Tab

15 Okt 2012

Die MVB verstärkt ihr Engagement im E-Reader-Sektor: auf der Frankfurter Buchmesse präsentierte die Börsenvereins-Tochter mit dem Liro Mini nicht nur einen neuen E-Ink-Reader im 4-Zoll-Format, im Tablet-Sektor wurde ebenfalls deutlich aufgestockt. Neben einem Nachfolgemodell des sieben-Zollers Liro Color („Liro Color II“) kann man über den unabhängigen Buchhandel nun auch ein 8-Zoll-Lesetablet mit XGA-Auflösung (1024×768 Pixel) erhalten. Beide Touch-Screen-Modelle laufen mit Android 4.0 und bieten nun erstmals auch via Play Store den direkten Zugang zu Googles App-Universum. Wie bisher ist der vorinstallierte E-Book-Store auf den Buchhändler personalisiert, bei dem das Lesegerät erworben wurde, und ermöglicht den Bouquinisten 20 Prozent Umsatzbeteiligung. Vorbestellbar sind die neuen Modelle ab jetzt, die Auslieferung beginnt im November.

Liro Color behält alte Display-Auflösung

Produziert werden die MVB-Lesegeräte wie bisher auch schon vom hessischen Hersteller Trekstor. Die in schwarz, pink und blau ausgelieferten 4-Zoll-Reader „Liro Mini“ sind insofern keine Unbekannten, sie erlebten ihr Premiere vor kurzem bereits unter Trekstors eigenem Label „Pyrus Mini“. Genau wie diese Pyrus-Zwerge gelangt auch der Liro Mini für knapp 50 Euro in den Verkauf – nicht schlecht für ein E-Ink-Gerät mit 2 Gigabyte Speicher und nur 111 Gramm Gewicht. Preislich setzt auch die Nachfolgeversion des Liro Color neue Maßstäbe – 89 Euro für ein echtes Android 4.0 Tablet mit immerhin 4 Gigabyte Speicher und 1,2 Gigahertz-Prozessor klingen durchaus verlockend. Leider hat sich jedoch bei der Bildschirmauflösung nichts getan: 800×480 Pixel (vergleichbar dem Weltbild-Tablet von 2011) sind für komfortable Lektüre leider etwas wenig.

E-Book-Absatz via Libreka boomt

Dem Geräte-Absatz über bundesweit mehr als 500 Buchhandlungen scheint das jedoch schon bisher nicht geschadet zu haben – was man u.a. an den E-Book-Umsätzen der MVB-Plattform Libreka! sehen konnte, die 2011 von 50.000 Euro im ersten Quartal bis auf 1,5 Mio. Euro im vierten Quartal stiegen. Bisher gab es natürlich auf dem Liro Ink auch keine Möglichkeit, den vorinstallierten E-Store zu umgehen. In Zukunft wird da wohl eher die Gleichung gelten: je mehr Surftablet, desto diverser die Wege der Kunden. Erst recht wohl beim 8-Zoller Liro Tab, das für 150 Euro angeboten wird – gerade dank blickwinkelflexibler IPS-Technologie und hoher Auflösung für die E-Book-Lektüre dürfte es zugleich deutlich besser geeignet sein als das Liro Ink II. Nicht vergessen sollte man übrigens, dass die MVB mit dem Liro Ink auch noch einen klassischen 6-Zoller mit E-Ink-Display für 69 Euro anbietet.

Abb.: MVB