„10 Gadgets die man noch nicht kaufen sollte“ – inklusive E-Reader?

Das Bessere ist der Feind des Guten, wusste schon Voltaire. Was Fortschrittsoptimisten freut, verdirbt jedoch so manchem Early Adopter den Spaß am Gadget. Denn kaum hat man es für viel Geld erstanden, ist es schon obsolet. Die Tech-Blogger von Gizmodo meinen jedoch: es kommt auch darauf an, was die Hersteller gerade in der Hinterhand haben. Manchmal lohnt sich das Warten, manchmal nicht. So haben sie eine Liste mit dem Titel „10 Gadgets You’d Be a Fool to Buy Right Now“ erstellt. Ganz oben steht, wen wunderts, das iPhone. Weil die fünfte Generation substantielle Veränderungen verspricht, wäre man mit dem digitalen Klammerbeutel gepudert, würde man sich jetzt noch auf ein iPhone 4 einlassen, inklusive zweijähriger Vertragsbindung.

Ähnlich sieht es beim Tablet mit Windows 7 aus. Die Benutzeroberfläche konnte die Nutzer so wenig überzeugen, dass man besser auf die angekündigte Windows-8-Version warten sollte. Neben Android-Tablets, Windows Phones und Smart TVs bekommt dann aber auch die Gattung E-Reader ihr Fett weg. Wer sich jetzt einen normalen E-Ink-Reader anschafft, wird sich bald so richtig ärgern, meinen die Gizmodo-Experten. Und das nicht nur, weil sich gerade das „GlowLight“-Feature durchsetzt, das auch Lektüre im Dunkeln erlaubt. Wer weiß, vielleicht kommt ja bis Ende des Jahres sogar ein Kindle mit farbigem E-Ink? Ein Quantensprung kündigt sich zudem bei den Lese-Tablets von Amazon und Barnes&Noble an – neben größeren Display-Diagonalen wird HD-Auflösung erwartet.

So richtig kann man die Warnung vor E-Ink-Geräten allerdings nicht nachvollziehen. Denn vom Kontrast, Akkulaufzeit und Bedienkomfort her sind die aktuellen Modelle ziemlich ausgereift. Außerdem liegen die Preise schon im zweistelligen Bereich, viel Spielraum nach unten gibt’s nicht mehr. Wer vor allem E-Books lesen will – und nicht etwa Comics oder E-Mags — kann eigentlich zur Zeit nicht viel falsch machen. Bei Tastengeräten wie dem Basismodell des Kindle 4 (99 Euro) oder robusten Einsteiger-Readern wie Trekstors Pyrus (69 Euro) ist man kein Early Adopter mehr, sondern setzt auf bewährte Technik. Bis farbiges E-Ink mit vergleichbarer Auflösung oder schwarz-weißes HD-E-Ink zu einem vergleichbaren Preis erhältlich ist, dürfte es noch zwei bis drei Jahre dauern. Wer sich einen Kobo Touch für 99 Euro zulegt, ist ebenfalls auf der sicheren Seite – vergleichbare Geräte von Amazon oder Sony sind dagegen noch etwas überteuert.

Abb.: flickr/DVIDSHUB

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".