Wie ich mein Digi-Abo der Jungen Welt per Kindle lese — obwohl es nur im epub-Format angeboten wird

Mein Kombi-Abo der Jungen Welt ist eigentlich eine prima Sache, samstags gibts die Wochenend-Ausgabe inklusive Beilage „Faulheit & Arbeit“ auf Papier, wochentags per E-Mail eine HTML-Version, die man bequem am Tablet lesen kann (kann man als Wochenend-Abonnent für 7,80 Euro pro Monat hinzubuchen, und zahlt dann insgesamt monatlich 20,60 Euro). Andererseits sind meine Augen nach acht Stunden im Büro — und vor dem Bildschirm — zu müde für die normale Display-Lektüre.

Alternativ zur HTML-Mail kann man sich die Zeitung auch als epub-Datei zuschicken lassen, das nützt mir mit meinem Kindle aber nichts. Ich könnte natürlich mein Laptop anwerfen und die Datei mit Calibre konvertieren, das ist mir aber zuviel Aufwand. Geht’s nicht auch einfacher? Ja, zum Glück! Das Tablet reicht aus — es gibt ja Online-Konvertierungstools wie convertio.co, dort wird aus dem epub mit ein paar Fingertipps eine mobi-Datei.

Die kann ich mir dann als Mail-Attachment — jede Kindle-Gerät hat ja seine eigene E-Mail-Adresse — direkt auf den Reader schicken. Einmal kurz den Flugzeug-Modus deaktivieren, die drahtlose Aktualisierung abwarten, und die Datei erscheint automatisch in der Bibliotheks-Ansicht.

Noch schöner wäre es natürlich, wenn die Kollegen von der Jungen Welt in den E-Mail-Abo-Optionen parallel auch eine mobi-Version zur Verfügung stellen würden (technisch ist das ja kein großes Problem, wenn schon eine epub-Version existiert…) — dann könnte ich mir die Digital-Ausgabe jeden Tag direkt aufs Kindle schicken lassen.

Voll kompostierbare E-Books in Sicht?

Interessante technologische Fußnote: Mercedes zeigt auf der CES in Las Vegas derzeit ein Elektro-Showcar mit kompostierbarer Batterie aus graphenbasierter organischer Zellchemie — das bringt die Welt auch dem vollkompostierbaren E-Reader einen Schritt näher. Dann wären das feinstoffliche Selbst der Lesegeräte endlich auf Augenhöhe mit Print… Aber gut, es gibt ja noch die grundsätzliche Mediendifferenz. Um einzelne E-Books zu kompostieren, müsste man sie natürlich auch weiterhin erstmal ausdrucken. Oder wäre das Problem mit kompostierbaren Speicherchips auch gleich gelöst!? Gute Frage. Zum kompostierbaren Akku siehe: https://www.electrive.net/2020/01/07/ces-mercedes-zeigt-showcar-vision-avtr-mit-kompostierbarer-batterie/

Hurra, wir lesen noch…

Bzw. Hurra, SIE lesen noch, und zwar Gedrucktes: drei Viertel der Vier- bis Dreizehnjährigen schmökern nämlich nicht nur Bücher, sondern auch Zeitschriften & Comics, und das sogar noch mit (leicht) steigender Tendenz, zeigen die Ergebnisse der dritten Kinder-Medien-Studie. Das heißt: sie lesen Print bis hinein ins Smartphone-Alter. Das lässt die Branche hoffen… Siehe den Bericht des Börsenblatts

Zahl später, zahl was du willst, für dein Gedrucktes

Pay Later, Pay what you want, und das auch noch für ein Print-Magazin: das Clutch-Sonderheft zum Thema Künstliche Intelligenz setzt auf die Weisheit der Massen, mit einer hoffnungsvollen Auflage von 5.000 Stück. Die Vermarktung findet über die Website http://clutch.frauwenk.de/ statt, woran man schon erkennt: dahinter steckt die PR-Agentur Frau Wenk. https://meedia.de/2019/08/05/copypreis-selbst-festlegen-pr-agentur-frau-wenk-kooperiert-fuer-ki-ausgabe-des-clutch-magazins-mit-laterpay/

Vom Freewrite zum Traveler

Sieh an, die Macher der E-Ink-Schreibmaschine „Freewrite“ (aka „Hemingway“) haben jetzt eine deutlich tragbarere Klapp-Top-Version entwickelt, den „Traveler“. Wiegt „nur“ so ein knappes Kilo. Aber trotzdem mit vollwertiger mechanischer Tastatur. Das Crowdfunding bei Indiegogo war schon mal erfolgreich, mit ner halben Million Dollar Startkapital sollte wohl mehr herauskommen als nur der Prototyp…
indiegogo.com/projects/travele